Deutliche Mehrheit Kenianer votieren für neue Verfassung

Die Kenianer haben ersten Ergebnissen zufolge mit einem deutlichen Ja für eine neue Verfassung gestimmt. Nach Auszählung von drei Vierteln der abgegebenen Stimmen votierten laut Wahlkommission etwa 67 Prozent für den Entwurf, 33 Prozent waren dagegen.


Hamburg/Nairobi - Kenia hat eine neue Verfassung: In einer Volksabstimmung votierten nach vorläufigen Ergebnissen etwa zwei Drittel für den Entwurf. Demnach stimmten 67 Prozent mit Ja, 33 Prozent mit Nein. Die neue Verfassung sieht eine größere Kontrolle der Macht des Präsidenten Mwai Kibaki, die Verlagerung von Befugnissen an die Basis und mehr Bürgerrechte vor.

Mit der neuen Verfassung soll eine Wiederholung von Gewaltausbrüchen verhindert werden, wie sie bei Wahlen in den vergangenen Jahren üblich waren. Anfang 2008 wurden bei Stammesunruhen nach der Wahl 1300 Menschen getötet.

Die Verfassungsgegner zogen die Ergebnisse in Zweifel, riefen ihre Anhänger aber zur Ruhe auf. Die Volksabstimmung war der erste Urnengang der Bevölkerung seit dem Gewaltausbruch vor zweieinhalb Jahren.

Mit dem neuen Grundgesetz soll auch die Bekämpfung der Korruption, der politischen Vetternwirtschaft und der Stammesrivalitäten erleichtert werden, die das 40-Millionen-Einwohner-Land seit seiner Unabhängigkeit 1963 von Großbritannien belasten.

Rund 12,5 Millionen Kenianer ließen sich vor der Volksabstimmung als Wähler registrieren. Die Wahlbeteiligung lag den Teilergebnissen zufolge bei rund 70 Prozent. Regionale Wahlbeobachter zeigten sich zufrieden mit dem Verlauf der Abstimmung.

flo/apn/Reuters



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