Deutsch-Russische Beziehungen Petersburger Dialog fehlen Sponsoren

Der Petersburger Dialog soll der Verständigung zwischen Deutschland und Russland dienen. Doch in diesem Jahr steht der Veranstaltung laut "Tagesspiegel" deutlich weniger Geld zur Verfügung. Der Grund sind fehlende Sponsoren - ein wichtiger Förderer steigt künftig ganz aus.
Russlands Präsident Putin, Kanzlerin Merkel 2012 in Moskau beim Petersburger Dialog: "Deutlich weniger finanzielle Mittel"

Russlands Präsident Putin, Kanzlerin Merkel 2012 in Moskau beim Petersburger Dialog: "Deutlich weniger finanzielle Mittel"

Foto: Kay Nietfeld/ dpa

Berlin/Moskau - Zum 13. Mal tagt der Petersburger Dialog Anfang Dezember, dieses Mal in Kassel. Ein starker Impuls für die künftigen deutsch-russischen Beziehungen soll von dem Gesprächsforum ausgehen, so beschreibt es die Webseite das Ziel der Veranstaltung. Doch wie der "Tagesspiegel" nun berichtet , fehlt dem Forum Geld. "Wir haben deutlich weniger finanzielle Mittel als in den vergangenen Jahren", sagte Martin Hoffmann, geschäftsführendes Vorstandsmitglied des Petersburger Dialogs, der Zeitung.

In den Vorjahren hätten Sponsoren noch rund 200.000 Euro gezahlt. "Das haben wir dieses Jahr deutlich nicht erreicht", sagt Hoffmann. Anders als in den vergangenen Jahren finden in Kassel dieses Mal parallel zum Petersburger Dialog keine deutsch-russischen Regierungskonsultationen statt. Die neue Bundesregierung ist noch nicht im Amt, die Koalitionsverhandlungen von SPD und Union laufen noch. Ohne Kanzlerin Angela Merkel und Präsident Wladimir Putin sei das Forum für die Wirtschaft offenbar weniger attraktiv, schreibt der "Tagesspiegel" weiter.

Ungleichgewicht zwischen den Ländern

Statt 100 Teilnehmer aus jedem Land werden in diesem Jahr nun auf Grund der fehlenden Gelder nur jeweils 60 offiziell eingeladen, alle anderen müssten die Kosten für Anreise, Hotel und die Konferenz selbst tragen, so das Blatt. Betroffen sein könnten davon insbesondere die Vertreter der Zivilgesellschaft, um deren Verständigung es eigentlich bei der Veranstaltung gehen solle.

Hoffmann sieht zudem ein Ungleichgewicht zwischen den beiden Staaten. Die russische Seite werde großzügig vom Staat gefördert, sagte das Vorstandsmitglied des Petersburger Dialogs der Zeitung. Die rund 30 Sitzungen einzelner deutsch-russischer Arbeitsgruppen im Laufe des Jahres hätten nur stattgefunden, weil die Russen den größten Teil der Kosten getragen hätten. Das Auswärtige Amt unterstütze den Petersburger Dialog auch dieses Jahr mit 100.000 Euro.

Reform des Petersburger Dialogs

Es gibt auch grundsätzliche Kritik an dem binationalen Forum: "In den Anfängen hat es viel versprechende Ansätze gegeben, einen zivilgesellschaftlichen Dialog zu führen", sagte Klaus Wehmeier, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Körber-Stiftung, der Zeitung. "In den letzten drei bis vier Jahren hat sich der Ton auf russischer Seite aber so verschärft, dass ein Dialog kaum noch möglich war." Die Körber-Stiftung beendet deshalb ab 2014 ihre Unterstützung. Sie fördert das Gesprächsforum seit zwölf Jahren mit jährlich 50.000 Euro.

Vorbehalte gegen den Petersburger Dialog gibt es seit längerem: Die Veranstaltung war eigentlich als Forum für den Dialog der Zivilgesellschaften gegründet worden. Kritiker monieren, dass dies aber kaum noch so geschehe.

heb
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