OSZE-Beobachter in Ukraine Angeblich Wissenschaftlerin aus Regensburg unter den Geiseln

Unter den in der Ostukraine entführten OSZE-Beobachtern soll sich Medienberichten zufolge eine Deutsche befinden. Demnach halten prorussische Kräfte die 44-Jährige aus Regensburg seit Ende Mai in ihrer Gewalt.

OSZE-Auto in Luhansk (Archivbild): Einsätze in der Ostukraine
REUTERS

OSZE-Auto in Luhansk (Archivbild): Einsätze in der Ostukraine


Berlin - Unter den in der Ostukraine von Separatisten entführten OSZE-Beobachtern befindet sich nach Medienberichten auch eine Deutsche. Die 44-Jährige sei bereits am 29. Mai in der Separatisten-Hochburg Luhansk als Geisel genommen worden. Sie habe für die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) die Lage in der umkämpften Region beobachtet. Das Auswärtige Amt wollte sich am Samstag auf Anfrage nicht zu dem Fall äußern.

In der Gefahrenregion werden derzeit zwei OSZE-Teams von Separatisten festgehalten. Vier Beobachter aus der Schweiz, Dänemark, der Türkei und Estland waren im Gebiet Donezk unterwegs. Vier weitere, deren Nationalität die OSZE bisher nicht offenlegt, sowie eine Dolmetscherin verschwanden bei Sewerodonezk im Gebiet Luhansk. Prorussische Kräfte in der umkämpften Ostukraine haben erklärt, die OSZE-Teams bei sich "zu Gast zu haben". Den Ausländern gehe es gut.

Nach Informationen der "Mittelbayerischen Zeitung" handelt es sich bei der Entführten um eine Osteuropa-Expertin der Universität Regensburg, die für das "Zentrum für internationale Friedenseinsätze" (ZIF) in Berlin arbeitet.

Zu einem weiteren schweren Zwischenfall in der krisengeschüttelten Ostukraine kam es in der Nacht zum Samstag. Beim Anflug auf einen Flughafen der Großstadt Luhansk hätten Aufständische eine Transportmaschine vom Typ Iljuschin IL-76 mit Raketen und Maschinengewehren angegriffen, sagte Armeesprecher Wladislaw Selesnjow am Samstag der Agentur Interfax. Nach offiziellen Angaben sind dabei alle 49 Insassen ums Leben gekommen.

Unterstützung für Sanktionen

Exverteidigungsminister Anatoli Grizenko zufolge befanden sich an Bord 40 Fallschirmjäger einer Luftlandebrigade aus Dnjepropetrowsk sowie neun Mann Besatzung. Das Flugzeug sei in etwa 700 Metern Höhe von Geschossen aus dem Raketenwerfer "Igla" (Nadel) getroffen worden.

Grizenko warf Kreml-Chef Wladimir Putin vor, die militanten Gruppen in der Ostukraine weiter aufzustacheln. "Dies ist kein Konflikt zwischen Bürgern, sondern ein Krieg Putins gegen die Ukraine", sagte er.

Regierungstruppen der früheren Sowjetrepublik gehen seit Wochen gegen prorussische Aufständische in Luhansk und Umgebung vor, die dort eine nicht anerkannte "Volksrepublik" ausgerufen haben. Erst am Vortag hatten Sicherheitskräfte die Hafenstadt Mariupol zurückerobert.

In der Debatte über Strafmaßnahmen gegen Russland hat sich währenddessen in Berlin der Bundesverband der deutschen Industrie (BDI) grundsätzlich hinter mögliche Wirtschaftssanktionen gestellt: "Wir würden die Bundesregierung deshalb auch auf diesem Weg unterstützen, wenngleich mit schwerem Herzen", sagte Hauptgeschäftsführer Markus Kerber im Außenwirtschaftsreport des BDI, der am Montag vorgelegt werden soll.

sha/dpa



insgesamt 63 Beiträge
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Preppy 14.06.2014
1. Weiss man denn schon
ob das echte Mitarbeiter der OSZE sind, oder wieder nur Personen wie die NATO-Spitzel, die uns als "OSZE-Militärbeobachter" oder gar "OSZE-Mitarbeiter" verkauft wurden? Denn dass die Dame schon seit über zwei Wochen festgehalten wird, erst jetzt darüber berichtet wird und die Bundesregierung trotzdem nur quasi "kein Kommentar" sagt, lässt ja leider stark vermuten dass irgendwas an der Story schon wieder zum Himmel stinkt, und uns hier mal wieder ein X für ein U verkauft wird. Zumal ja schon die Homepage dieses "Zentrums für internationale Friedenseinsätze" suggeriert, dass es sich beim Personal primär um Soldaten handelt, denen man in guter George Orwell-Manier ("Krieg ist Frieden, Freiheit ist Sklaverei") den Stempel "Frieden" aufgedrückt hat...
vorsicht 14.06.2014
2. 2, Versuch
Wer soll das bitteschön verstehen?...Zitatanfang Regierungstruppen der früheren Sowjetrepublik gehen seit Wochen gegen prorussische Aufständische in Luhansk und Umgebung vor, die dort eine nicht anerkannte "Volksrepublik" ausgerufen haben. ....Zitatende. Wie schon geschrieben a)..... wer soll das sein? b)......wäre das nicht im Interesse der Kiewer Friedensengel?
ebaykaufer007 14.06.2014
3. Große Dank an die EU
Danke CDU und SPD für diesen Krieg!
naseweis007 14.06.2014
4. Peacemaker..
..hieß bekanntlich ein berühmter Colt in der US-Geschichte. Peacemaker heißt aber auch eine Webseite der UN zwecks Bewerbung von "Mediationen". Passt alles sehr gut zur aktuellen Gauck-Rede, in der es nicht um Frieden, sondern um Krieg für Menschenrechte geht. Was genau genommen ja auch eine Friedensmission ist.. überall auf der Welt! /Sarkasmus Ende.
Eutighofer 14.06.2014
5. Wieder Kreml-Trolle im Forum
Gleich im ersten Kommentar wird die entführte Regensburgerin der Spionage verdächtigt. Das riecht nach Kreml-Trollerei. Die "Sueddeutsche hat Beweise dafür: http://www.sueddeutsche.de/politik/propaganda-aus-russland-putins-trolle-1.1997470
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