Erstes Todesopfer seit zwei Jahren Deutscher Soldat in Afghanistan getötet

Bei einem Angriff Aufständischer im Norden Afghanistans ist ein deutscher Soldat der Internationalen Schutztruppe Isaf getötet worden, ein weiterer wurde verwundet. Es handelt sich um das erste deutsche Todesopfer seit fast zwei Jahren.

Kabul/Berlin - Erstmals seit fast zwei Jahren ist wieder ein deutscher Soldat in Afghanistan getötet worden, ein weiterer wurde verwundet. Wie die Bundeswehr auf ihrer Webseite mitteilte , hatten Aufständische in der Nähe des Stützpunkts OP North das Feuer auf die Soldaten eröffnet.

Den Angaben zufolge hatten Spezialkräfte der Bundeswehr eine afghanische Militäroperation in der Provinz Baghlan begleitet. Als Aufständische die Soldaten beschossen hätten, sei Luftunterstützung angefordert worden. Bei der anschließenden Untersuchung der Schäden durch den Luftschlag seien die Soldaten erneut beschossen worden. "Dabei wurden ein deutscher Soldat getötet und ein deutscher Soldat verwundet", heißt es in der Mitteilung. Der Verletzte sei in ärztlicher Behandlung.

Die Angehörigen wurden nach Bundeswehrangaben informiert.

Ob es unter den afghanischen Soldaten ebenfalls Tote oder Verletzte gegeben hat, ist noch unbekannt. Es seien aber vermutlich mehrere Aufständische getötet worden, hieß es. Zivilisten seien nach bisherigen Erkenntnissen nicht zu Schaden gekommen.

Schweigeminute auf FDP-Parteitag

Mit einer Schweigeminute gedachte der FDP-Parteitag in Nürnberg des getöteten Soldaten. Auf Bitte von Parteichef Philipp Rösler erhoben sich die Delegierten. Der Vizekanzler sagte: "Wir sind in Gedanken bei den Angehörigen und bei der Familie, bei den Freunden und bei seinen Kameraden."

In Afghanistan nimmt die Gewalt wieder zu, seit mildere Temperaturen im Land herrschen. Erst am vergangenen Sonntag hatten die Taliban den Beginn einer Frühjahrsoffensive ausgerufen.

Ebenfalls am Samstag wurden in Afghanistan sieben US-Soldaten getötet. Fünf davon starben bei einem Sprengstoffanschlag im Süden des Landes. Im Westen erschoss ein afghanischer Soldat zwei amerikanische Kameraden. Der Samstag war damit der verlustreichste Tag für die Isaf seit Jahresbeginn.

Am Donnerstag war erstmals seit längerer Zeit wieder ein Sprengstoffanschlag auf die Bundeswehrtruppen in Nordafghanistan verübt worden. Bei dem Anschlag in der Provinz Kunduz war kein Soldat verletzt worden.

Zuletzt war vor fast zwei Jahren - am 2. Juni 2011 - ein Bundeswehrsoldat in Afghanistan gefallen. Den bislang letzten Verwundeten hatte die Bundeswehr im Februar beim Sturm auf ein Versteck Aufständischer bei Kunduz zu beklagen.

rls/dpa/AFP
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