Gemeinsam mit Israel Merkel will atomare Aufrüstung Irans verhindern

Nach drei Jahren treffen sich Angela Merkel und Israels Präsident Benjamin Netanyahu erstmals wieder zu Gesprächen. Die Kanzlerin sagt Unterstützung in der Iran-Politik zu - doch es bleiben Differenzen.

Angela Merkel und Benjamin Netanyahu
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Angela Merkel und Benjamin Netanyahu


Bundeskanzlerin Angela Merkel will eine atomare Bewaffnung Irans verhindern. Deutschland müsse alles tun, damit Iran nicht weiter atomar aufrüsten könne, sagte Merkel am Rande der deutsch-israelischen Treffens in Jerusalem.

Zugleich betonte die Kanzlerin die unterschiedlichen Ansichten über das Atomprogramm, an dem Deutschland und die EU anders als die USA und Israel festhalten wollen. "Wo wir nicht immer einig sind, ist der Weg zu diesem Ziel."

Merkel bekannte sich zur deutschen Verantwortung für eine sichere Zukunft Israels. Sie stehe dafür, dass die "immerwährende Verantwortung" Deutschlands für die Naziverbrechen an den Juden weitergetragen werde.

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanyahu hatte zuvor erneut deutlich gemacht, wie kritisch er zu dem internationalen Atomabkommen stehe. Irans Führung erhalte dadurch Milliarden, die sie nicht für die Entwicklung des Landes, sondern die Finanzierung von Terrorgruppen in anderen Staaten einsetze.

Merkel forderte zudem den Abzug iranischer Truppen aus Syrien. "Dass Iran mit seinen Truppen an den Golanhöhen steht, das ist eine Bedrohung Israels", kritisierte sie. Sie habe darüber mit demrussischen Präsidenten Wladimir Putin gesprochen. Russland kämpft in dem Bürgerkrieg zusammen mit Iran auf der Seite der syrischen Regierung.

Nach jahrelangem Ringen hatten sich die Uno-Vetomächte, Deutschland und Iran am 14. Juli 2015 in Wien auf ein Abkommen geeinigt, das Teheran vom Aufbau einer Atomstreitmacht abbringen sollte. Es sieht als Gegenleistung den Abbau von Wirtschaftssanktionen vor. Trump hatte das Abkommen im Mai aufgekündigt, Deutschland, andere EU-Staaten und Iran wollen daran festhalten.

mje/Reuters

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