Diplomatie Dänemark will Israels neuen Botschafter festnehmen

Eigentlich soll Carmi Gillon Israels neuer Botschafter in Dänemark werden. Doch dem ehemaligen Geheimdienstchef droht offenbar schon bei seiner Ankunft am Flughafen die Verhaftung.

Kopenhagen - Wie die Zeitung "Berlingske Tidende" am Mittwoch meldete, reagierte Justizminister Frank Jensen mit einer entsprechenden Ankündigung auf eine schriftliche Anfrage im Kopenhagener Parlament.

Dem ehemaligen Geheimdienstchef wird die Anwendung von Folter vorgeworfen. Gillon hatte nach seiner Ernennung zum Botschafter seines Landes in Skandinavien in Interviews erklärt, er habe als Chef des israelischen Inlandsgeheimdienstes Mitte der neunziger Jahre in etwa hundert Fällen "moderaten physischen Druck" bei Verhören islamischer Fundamentalisten angeordnet und sei auch für die Wiederzulassung dieser 1999 in seinem Land verbotenen Methode. Sie gilt nach geltenden Uno-Regeln als Folter.

Israels Außenminister Schimon Peres hatte am Vortag im Parlament die massive dänische Kritik an der Ernennung Gillons scharf zurückgewiesen, der auch bereits offiziell von der Regierung in Kopenhagen akzeptiert sei. Führende Vertreter fast aller dänischen Parteien haben Boykottaktionen gegen den neuen Botschafter angekündigt. In Kopenhagen wird überwiegend erwartet, dass Gillon von sich aus auf sein Amt verzichtet.

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