Diplomatie Gaddafis Sohn bemüht sich um britische Geisel

Der Sohn des libyschen Staatschefs Muammar al-Gaddafi ist nun auch offiziell an den Bemühungen zur Befreiung des im Irak entführten Briten Kenneth Bigley beteiligt. Seine Wohltätigkeitsorganisation nutze ihre guten Kontakte im Irak und habe Gespräche aufgenommen, sagte Saif Gaddafi heute in Wien.


Brite Bigley in einem Video seiner Entführer: Seit drei Wochen in Geiselhaft
REUTERS

Brite Bigley in einem Video seiner Entführer: Seit drei Wochen in Geiselhaft

Wien - "Der heutige Tag und morgen sind entscheidend", fügte Gaddafi bei der Eröffnung einer Kunstausstellung hinzu. Bigleys Familie habe sich zuvor an seine Familie gewandt. "Wir haben unsere Freunde im Irak bereits kontaktiert."

Bigley war vor knapp drei Wochen im Irak verschleppt worden. Zwei mit ihm als Geiseln genommene Amerikaner wurden inzwischen von den mutmaßlichen Entführern, der Gruppe Tawhid und Dschihad des Extremisten Abu Mussab al-Sarkawi, enthauptet. Die Gruppe veröffentlichte eine Video, das Bigley in einem Käfig sitzend zeigt.

Vergangene Woche hatte bereits Palästinenserpräsident Jassir Arafat seine Unterstützung in dem Fall angekündigt. Arafat wollte einen ranghohen Getreuen, der viele Jahre im Irak zugebracht habe, damit beauftragen, Kontakt zu den Entführern aufzunehmen.

Bigley befindet sich weiterhin in der Gewalt Sarkawis. Eine Erklärung seines Bruders vom Vortag, dass Bigley bereits an eine andere Organisation übergeben worden sei, um damit seine Freilassung einzuleiten, sei nicht zutreffend, berichtete die kuweitische Tageszeitung "Al-Rai al-Aam".

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