Diplomatie Kuba stellt US-Vertretung Strom ab

Neuer Streit zwischen den USA und Kuba: Die Amerikaner werfen der Regierung in Havanna vor, ihrer Interessenvertretung in der Hauptstadt den Strom abgestellt zu haben.


Havanna/Washington - Seit gestern Morgen habe das Hauptgebäude der amerikanischen Vertretung als einziges Haus in der Straße keinen Strom mehr, berichtete der Sprecher des US-Außenministeriums, Sean McCormack, in Washington mit. Alle Appelle an die kubanische Regierung seien vergebens gewesen, das Gebäude werde nun durch einen Stromgenerator versorgt.

Ein Sprecher der Vertretung in Havanna sagte, neben dem Strom kappten die kubanischen Behörden auch immer wieder die Wasserzufuhr. Er meinte, mit ihren Schikanen reagierten sie auf Versuche der Vertretung, die Bevölkerung über heikle Themen wie unter anderem die Menschenrechtslage zu informieren.

Washington und Havanna unterhalten keine diplomatischen Beziehungen mehr. Die diplomatischen Interessen der USA werden von der Schweiz wahrgenommen. Seit Mitte Januar haben sich Spannungen zwischen den beiden Staaten weiter verschärft. Damals hatte die US-Interessenvertretung eine große Leuchtwand an ihrer Fassade angebracht, die nun die Einwohner Havannas regelmäßig mit Informationen und Erklärungen zu Menschenrechtsthemen versorgt. In dem Versuch, den Blick auf die Wand zu versperren, stellten die Behörden 138 Masten mit schwarzen Fahnen davor auf.

als/AFP



© SPIEGEL ONLINE 2006
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.