Diplomatischer Eklat Saudis weisen libyschen Botschafter aus

Das saudi-arabische Regime verdächtigt den libyschen Revolutionsführer Muammar al-Gaddafi, an einem Mordkomplott gegen Kronprinz Abdullah bin Abdelasis beteiligt gewesen zu sein. Als Reaktion wurde jetzt Libyens Botschafter des Landes verwiesen.


Soll in Mordkomplott verwickelt sein: Muammar al-Gaddafi
DPA

Soll in Mordkomplott verwickelt sein: Muammar al-Gaddafi

Riad/Kairo - Gleichzeitig rief Riad seinen Botschafter aus Tripolis zurück. Diese Maßnahmen stünden "im Zusammenhang mit der libyschen Verschwörung gegen das Königreich", sagte der saudi-arabische Außenminister Saud al-Faisal heute vor der Presse in Riad. Von weiteren Sanktionen wolle das Königshaus jedoch mit Rücksicht auf das libysche Volk absehen, dem wegen des Konflikts nicht der Zugang zu den heiligen Stätten von Mekka und Medina verwehrt werden solle.

Ein in den USA verhafteter Islamist hatte im vergangenen Sommer vor Gericht ausgesagt, er sei an dem angeblich von Gaddafi geplanten Attentatsversuch beteiligt gewesen. Der libysche Staatschef hatte diese Vorwürfe bestritten. Gaddafi und der Kronprinz hatten einander bei einem arabischen Gipfeltreffen im März 2003 vor laufenden Kameras wüst beschimpft.

Mit Strafmaßnahmen wurde auch ein prominenter saudi-arabischer Dissident bedacht, der ebenfalls im Verdacht steht, an der Verschwörung gegen Prinz Abdullah beteiligt gewesen zu sein. Die USA und Großbritannien wollen nach Informationen des von Saudi-Arabien finanzierten Fernsehsenders al-Arabija das Vermögen des in London ansässigen Regimegegners Saud al-Fikki einfrieren. Die USA hätten den Islamisten auf ihre Liste von mutmaßlichen Terroristen-Geldgebern gesetzt.

Al-Fikki ist für die Königsfamilie nach Qaida-Anführer Osama Bin Laden Staatsfeind Nummer zwei. Er leitet die "Islamische Bewegung für Reform". Die Gruppe wirft den Herrschern Korruption und Abkehr von der reinen Lehre des Islam vor, will einen Regimewechsel jedoch angeblich mit friedlichen Mitteln herbeiführen.



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