Diplomatischer Streit Chávez wünscht sich Hollywood-Stars als US-Botschafter

Der venezolanische Präsident Chávez beliebt zu scherzen. Unter dem Gelächter seiner Minister hat er nun seine Favoriten für den US-Botschafterposten in Caracas benannt - Hollywood-Größen wie Sean Penn oder Oliver Stone. Die Stelle ist unbesetzt, seit Chávez einen Diplomaten abgelehnt hat.

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Caracas - Venezuelas Präsident Hugo Chávez hat seine Wunschkandidaten für den vakanten US-Botschafterposten in seinem Land vorgestellt: Unter dem Gelächter seiner Minister nannte der linkspopulistische Staatschef am Dienstag bei einer im Fernsehen übertragenen Kabinettssitzung Hollywood-Schauspieler Sean Penn und US-Regisseur Oliver Stone. Auch der linke Philosoph und Globalisierungskritiker Noam Chomsky käme ihm zupass, sagte Chávez - der die drei Männer als Freunde bezeichnete.

Stone hat einen Dokumentarfilm über den lateinamerikanischen Staatschef gedreht. In Interviews nennt er ihn einfach Hugo und schwärmt von Chávez' Errungenschaften. Mehrmals hat Stone bekannt, ein Fan des venezolanischen Präsidenten zu sein, seit dieser 1999 an die Macht gekommen ist. Chávez lobt den Regisseur seinerseits als Antiimperialisten. Schauspieler Penn besuchte Chávez bereits. In einem Artikel verteidigte er den Politiker vor einigen Jahren gegen Kritik aus den USA: "Chávez mag kein guter Mann sein. Aber ein großer."

Venezuela und die USA streiten derzeit um die Ernennung eines neuen US-Botschafters in Caracas. Den von Washington nominierten Diplomaten Larry Palmer lehnte Chávez ab. Palmer hatte der venezolanischen Führung bei seiner Anhörung im US-Senat vorgeworfen, das Land beherberge linksgerichtete Guerilla-Kämpfer aus Kolumbien. Außerdem stehe die venezolanische Armee unter kubanischem Einfluss. Nach seiner Ablehnung hatten die USA ihrerseits dem venezolanischen Vertreter in Washington die Aufenthaltserlaubnis entzogen.

Die Beziehungen zwischen den USA und Venezuela sind seit Jahren angespannt. Chávez wirft den Vereinigten Staaten Imperialismus vor und unterhält enge Beziehungen zu Washingtons Gegnern wie Iran, Syrien und Kuba.

Chávez' Plausch mit Hillary Clinton

Am Wochenende hatte US-Außenministerin Hillary Clinton mit Chávez bei der Vereidigung von Brasiliens neuer Präsidentin Dilma Rousseff ein kurzes Gespräch geführt. Bei seinem Fernsehauftritt am Dienstag klärte Chávez über ein Missverständnis mit Clinton am Rande der Zeremonie auf. "Ich sagte zu Señora Clinton: 'Wie geht es Ihrem Gatten?' Aber weil ich sehr schlecht Englisch spreche, machte ich einen Fehler. Ich sagte: 'Wie geht es Ihrer Gattin?'" Clinton habe gelacht und er habe sich korrigiert.

Weniger zu Scherzen aufgelegt, aber auf eine Entspannung der Situation dringend zeigte sich Außenamtssprecher Philip Crowley. Er betonte, Washington sei "an guten Beziehungen zu Venezuela interessiert". Dazu seien unter anderem Botschafter notwendig, "die uns helfen, diesen Dialog zu organisieren". Man werde einen Kandidaten nominieren. Ob dies Palmer sein werde, ließ Crowley offen.

kgp/AFP/Reuters



insgesamt 13 Beiträge
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Seite 1
445 05.01.2011
1. xxx
Oliver Stones Film über Chavez ist wirklich sehr interessant. Und er hat ja unbestreitbar recht damit, dass die USA imperialistisch sind.
Miguelito 05.01.2011
2. Arnold Schwarzenegger for ambassador (=Botschafter)!
Zitat von sysopDer venezolanische Präsident Chávez beliebt zu scherzen. Unter dem Gelächter seiner Minister hat er nun seine Favoriten für den US-Botschafterposten in Caracas benannt - Hollywood-Größen wie Sean Penn oder Oliver Stone. Die Stelle ist offen, seit Chávez einen Washingtoner Diplomaten abgelehnt hat. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,737873,00.html
Hey, Venezolaner, der Arnie ist gerade frei ... vielleicht möchte der Gouvernator ja gerne jetzt mal Botschafter werden!!
Der_Alex 05.01.2011
3. Chavez ist cool
Zitat von MiguelitoHey, Venezolaner, der Arnie ist gerade frei ... vielleicht möchte der Gouvernator ja gerne jetzt mal Botschafter werden!!
Geht schlecht, er hat schon Bush die Seele verkauft. Ich fand es lustig, als Chavez nach der Rede von Bush vor das Mikrofon trat und sich erst bekreuzigte und darauf erwiderte, dass es hier nach Schweffel rieche.
JanSouth 05.01.2011
4. krasser titel
Zitat von Der_AlexGeht schlecht, er hat schon Bush die Seele verkauft. Ich fand es lustig, als Chavez nach der Rede von Bush vor das Mikrofon trat und sich erst bekreuzigte und darauf erwiderte, dass es hier nach Schweffel rieche.
Wir wissen ja nicht, was Bush gegessen hatte...
spiegel-hai 05.01.2011
5. .
Zitat von sysopDer venezolanische Präsident Chávez beliebt zu scherzen. Unter dem Gelächter seiner Minister hat er nun seine Favoriten für den US-Botschafterposten in Caracas benannt - Hollywood-Größen wie Sean Penn oder Oliver Stone. Die Stelle ist offen, seit Chávez einen Washingtoner Diplomaten abgelehnt hat. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,737873,00.html
größenwahnsinnig und kindisch.
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