Diyarbakir Türkei untersucht Folter im Horror-Gefängnis

Staatsanwälte in Diyarbakir haben nach Hunderten Strafanzeigen Ermittlungen aufgenommen. Die türkische Justiz untersucht nun die Folterungen in einem der berüchtigsten Gefängnisse des Landes. Es geht um Misshandlungen nach dem Militärputsch von 1980.


Istanbul - Die Taten liegen bis zu 30 Jahre zurück. Doch jetzt untersucht die türkische Justiz zum ersten Mal die Folterungen in einer der schlimmsten Haftanstalten des Landes. Die Staatsanwaltschaft in Diyarbakir im Kurdengebiet geht aufgrund von Hunderten Strafanzeigen nun den Berichten über Misshandlungen in der Haftanstalt der Stadt nach dem Militärputsch von 1980 nach. Das meldet die Zeitung "Hürriyet" am Freitag. Es handele sich um die umfangreichsten Folter-Ermittlungen in der Türkei überhaupt.

Im Gefängnis von Diyarbakir waren zwischen 1980 und 1988 tausende Menschen inhaftiert und misshandelt worden. Die Haftanstalt ist deshalb bis heute ein Symbol der Militärherrschaft; einige Politiker wollen den Bau in ein Museum umwandeln. Die Verbrechen in dem Gefängnis konnten lange Zeit juristisch nicht aufgearbeitet werden: Erst seit der Abschaffung einer Schutzklausel für die Militärs bei dem Verfassungsreferendum im vergangenen Jahr dürfen die Folterungen untersucht werden.

Der Staatsanwaltschaft liegen 700 Strafanzeigen vor, wie "Hürriyet" berichtete. Von Prügel über das schmerzhafte Aufhängen von Häftlingen am so genannten Palästinensischen Haken bis hin zu Elektroschocks seien in dem Gefängnis alle erdenklichen Arten der Folter angewandt worden. "Es ist keine Haftanstalt, sondern eine Folteranstalt", kommentierte das Blatt.

Der Aufenthalt in dem Gefängnis sei für die Betroffenen wie ein Alptraum gewesen. Bei seinen Ermittlungen wolle der zuständige Staatsanwalt nun ehemalige Häftlinge nach ihren Erlebnissen, Folgeschäden und nach den Namen der Folterer fragen.

ler/AFP

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xxcecenxx 15.04.2011
1.
mal gespannt was man Erdogan und seiner AKP jetzt wieder vorwirft. immer maulen und ihm vorwerfen das die Demokratie nicht vorran geht, das er hetzt und ein Gottesstaat erichten will, alles dummschwätzerrei... Diese Regierung räumt endlich auf in diesem über Jahre von den bisherigen Türkischen Regierungen ausgeraubtem Land, Menschen haben wieder Rechte, Kurden und Türken schauen sich gegenseitig ins Gesicht (gibt leider immer noch zu viele ausnahmen auf beiden seiten) was Erdogan in den 9 Jahren seiner Amtszeit geschaft hat, haben all seine vorgänger erst garnicht versucht..... Der Mann arbeitet für sein LAND und sein VOLK
taiga, 15.04.2011
2. zzz
Zitat von xxcecenxxmal gespannt was man Erdogan und seiner AKP jetzt wieder vorwirft. immer maulen und ihm vorwerfen das die Demokratie nicht vorran geht, das er hetzt und ein Gottesstaat erichten will, alles dummschwätzerrei... Diese Regierung räumt endlich auf in diesem über Jahre von den bisherigen Türkischen Regierungen ausgeraubtem Land, Menschen haben wieder Rechte, Kurden und Türken schauen sich gegenseitig ins Gesicht (gibt leider immer noch zu viele ausnahmen auf beiden seiten) was Erdogan in den 9 Jahren seiner Amtszeit geschaft hat, haben all seine vorgänger erst garnicht versucht..... Der Mann arbeitet für sein LAND und sein VOLK
Und Türken und Armenier? Zwei. Zwei Völker – das eine in der Türkei, das andere in Deutschland.
Klaus Helfrich 15.04.2011
3. ...
1980 waren Folter nicht nur in Diyarbakir sondern auch in Istanbul und sehr wahrscheinlich in der gesamten Türkei an der Tagesordnung. Übliche Foltermethoden: Elektroschocks an diversen Körperteilen unter anderem an den Genitalien, Schlagen auf die Fußsohlen (Falaka), ins Gesicht treten, Überstülpen eines LKW-Reifens und ständige Schläge, Verbinden der Augen und unvermitteltes Schlagen... All dies wurde mir auf einer Polizeiwache nach einer Verhaftung - wegen Konsum und Besitz einer geringen Menge Haschisch - an anderen Häftlingen vorgeführt und mir angedroht. Wie dies heutzutage ist, das ist mir unbekannt, damals besuchten deutsche Parlamentarier die Türkei und ließen verlauten, sie hätten festgestellt, es würde in der Türkei nicht gefoltert.
ginlai 15.04.2011
4. weiter denken...
Zitat von xxcecenxxmal gespannt was man Erdogan und seiner AKP jetzt wieder vorwirft. immer maulen und ihm vorwerfen das die Demokratie nicht vorran geht, das er hetzt und ein Gottesstaat erichten will, alles dummschwätzerrei... Diese Regierung räumt endlich auf in diesem über Jahre von den bisherigen Türkischen Regierungen ausgeraubtem Land, Menschen haben wieder Rechte, Kurden und Türken schauen sich gegenseitig ins Gesicht (gibt leider immer noch zu viele ausnahmen auf beiden seiten) was Erdogan in den 9 Jahren seiner Amtszeit geschaft hat, haben all seine vorgänger erst garnicht versucht..... Der Mann arbeitet für sein LAND und sein VOLK
Ich sehe darin keinen Wiederspruch: es geht hier um Verbechen nach dem Militärputsch von 1980. Also um das Militär - und wer betrachtet sich als obersten Wächter des türkischen Staates? Meines Wissens nach ebenfalls das Militär. Wenn man also die Türkei im Sinne der AKP umbauen möchte ("Gottesstaat"), wen muß man sich dann vom Hals halten? Richtig, das Militär...
xxcecenxx 16.04.2011
5.
Zitat von taigaUnd Türken und Armenier? Zwei. Zwei Völker – das eine in der Türkei, das andere in Deutschland.
Armenier die in der Türkei leben haben null probleme mit Türken und Türken keine mit den Armeniern und all die anderen Ethnischen- und Religiösen Gruppen. Leider übertreiben die Medien in Europa. Keine zwei Völker, ein Volk. Ob wir in Deutschland leben oder in der Türkei, wir sind ein Volk und daran wird sich nichts ändern. Übrigens leben Türken nicht nur in Deutschland, wir sind in vielen Ländern vertreten, ob Holland, Frankreich, Belgien, Italien, USA, Russland usw... also bildet euch bloss nichts ein :))
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