Friedenspreisträger Italienischer Ex-Bürgermeister darf in sein Dorf zurück

Mit seinem Einsatz für Migranten setzte Domenico Lucano ein Zeichen für Toleranz - und zog den Zorn von Matteo Salvini auf sich. Nun darf der Ex-Bürgermeister von Riace in seine Gemeinde zurückkehren.
Der Bürgermeister des Fischerdorfes Riace, Domenico Lucano, mit dem "Dresdner Friedenspreis 2017": Zeichen für Toleranz

Der Bürgermeister des Fischerdorfes Riace, Domenico Lucano, mit dem "Dresdner Friedenspreis 2017": Zeichen für Toleranz

Foto: Arno Burgi/ dpa

Kaum ist sein ärgster politischer Gegner aus dem Amt, darf Domenico Lucano alias "Papa Mimmo" wieder in sein Dorf zurück. Ein Gericht in der kalabrischen Stadt Locri hat ein Verbot aufgehoben, wonach der wegen seines Einsatzes für Zuwanderer bekannt gewordene frühere Bürgermeister seine Gemeinde Riace nicht mehr betreten durfte. Das berichtet die Nachrichtenagentur Ansa.

Als Bürgermeister des nahe der Fußspitze des italienischen Stiefels gelegenen Ortes hatte Lucano in dem von Entvölkerung geplagten Dorf Hunderte Migranten aufgenommen und ihnen Arbeit verschafft. Er wurde dafür mit dem Friedenspreis der Stadt Dresden ausgezeichnet.

Er zog aber den Zorn des damaligen Innenministers Matteo Salvini von der rechten Lega auf sich. Lucano wurde unter dem Vorwurf der Begünstigung illegaler Einwanderung vom Dienst suspendiert und vorübergehend festgenommen.

Salvinis Zeit im Innenministerium endete am Mittwoch, die neue italienischen Regierung, der die Lega nicht mehr angehört, wurde inzwischen vereidigt. Bei der Kommunalwahl Ende Mai war die Lega in Riace stärkste Kraft geworden, Lucano schaffte es nicht mehr in den Gemeinderat.

asa/dpa
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.