Internationaler Strafgerichtshof Konys Stellvertreter soll der Prozess gemacht werden

Er gilt als einer der wichtigsten Stellvertreter des Warlords und Kriegsverbrechers Joseph Kony in Uganda: Dominic Ongwen wurde von US-Soldaten festgenommen und soll nun dem Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag überstellt werden.
Warlord Kony (Archivaufnahme): Seinem Stellvertreter soll der Prozess gemacht werden

Warlord Kony (Archivaufnahme): Seinem Stellvertreter soll der Prozess gemacht werden

Foto: Stuart Price/ AP/dpa

Kampala - Ihm werden Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit vorgeworfen, deswegen soll nun ein führender Kommandeur der berüchtigten ugandischen Rebellenorganisation LRA dem Internationalen Strafgerichtshof (IStGH) in Den Haag überstellt werden. "Es ist endgültig entschieden. Dominic Ongwen wird vor dem IStGH in Den Haag der Prozess gemacht werden", twitterte der Sprecher der ugandischen Streitkräfte, Paddy Ankunda .

Die Sprecherin des US-Außenministeriums, Marie Harf, bestätigte, US-Truppen würden den 34-Jährigen an die Afrikanische Union (AU) übergeben. Diese sollen ihn anschließend dem Gericht überstellen.

Ongwen ist als einer der wichtigsten Stellvertreter des LRA-Warlords und Kriegsverbrechers Joseph Kony bekannt. US-Soldaten hatten den Rebellen in der vergangenen Woche gefangen genommen. Gegen den 34-Jährigen liegt seit 2005 ein Haftbefehl aus Den Haag vor - wegen Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit.

Harf zufolge wurde das Vorgehen mit den Regierungen Ugandas und der Zentralafrikanischen Republik abgestimmt. Uganda wollte ursprünglich, dass Ongwen in dem Land der Prozess gemacht und er nicht nach Den Haag überstellt wird.

Ongwen war selbst Kindersoldat

US-Spezialkräfte unterstützen AU-Truppen bei der Suche nach dem flüchtigen Kony und seinen engsten Mitarbeitern. Die LRA, also die Lord's Resistance Army (zu Deutsch: Widerstandsarmee des Herrn), ist dafür bekannt, Dörfer zu überfallen und Kinder als Kämpfer oder Sexsklaven zu verschleppen. Ongwen wurde einst selbst als Zehnjähriger auf dem Schulweg von LRA-Kämpfern verschleppt und als Kindersoldat zwangsrekrutiert. Er stieg innerhalb der christlich-fundamentalistischen Organisation rasch auf.

Die LRA soll während ihres jahrzehntelangen Kampfs gegen die Regierung in Uganda 100.000 Menschen getötet und 60.000 Kinder verschleppt haben. 2005 zog sich die Gruppe aus dem Gebiet zurück und wütet im Grenzgebiet zwischen Zentralafrika, dem Südsudan und dem Kongo weiter.

vek/dpa/AFP
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