Dominikanische Republik Sechs Tote bei Generalstreik

Bei einem Generalstreik in der Dominikanischen Republik ist es zu schweren Zusammenstößen zwischen Demonstranten und dem Militär gekommen. Dabei wurden sechs Menschen getötet.


Santo Domingo - Vertreter der Gewerkschaft teilten mit, bei den Zusammenstößen mit dem Militär seien in verschiedenen Orten des Landes mindestens fünf Demonstranten erschossen. Berichten von Fernsehsendern zufolge wurde außerdem ein Soldat in Santo Domingo von einer Kugel tödlich getroffen. Mehrere Dutzend Menschen wurden verletzt.

Zu dem eintägigen Generalstreik hatte ein breites Bündnis aus Gewerkschaften und Oppositionsgruppen aufgerufen. Es wandte sich gegen die Wirtschaftspolitik von Präsident Hipólito Mejía. Am Streiktag wurden den Berichten zufolge in weiten Teilen des Landes Handel und Verkehr lahm gelegt. Streikführer Fidel Santana bezeichnete den Generalstreik als Erfolg. Man habe der Regierung eine 30-Tage-Frist gesetzt, um auf die Forderungen der Gewerkschaften zu antworten.

Noch vor wenigen Jahren glänzte die Dominikanische Republik mit den höchsten Wachstumsraten Lateinamerikas. In das größte Touristenziel der Karibik kommen pro Jahr rund 2,5 Millionen ausländische Gäste, darunter waren in den vergangenen Jahren jeweils zwischen 250.000 bis 400.000 Deutsche.

Nun steckt sie in einer schweren Wirtschaftskrise. Diese wurde durch einen betrügerischen Bankenkonkurs Anfang dieses Jahres noch verschärft. Die Folge: Kapitalflucht, eine Abwertung des Peso um etwa die Hälfte und eine galoppierende Inflation. Nach der Privatisierung des Energiesektors sind außerdem die Strompreise so drastisch gestiegen, das viele Dominikaner die Rechnungen nicht mehr bezahlen können.

Nun macht sich der Volkszorn Luft. Polizei und Armee stehen im Ruf, schnell von der Schusswaffe Gebrauch zu machen. Augenzeugen berichteten, dass die Sicherheitskräfte mit Tränengas, Schrotladungen und Kugeln schossen, sobald Demonstranten versuchten, Barrikaden aus alten Autoreifen anzuzünden.

Präsident Mejía bedauerte die Gewaltausbrüche, sagte jedoch, es handele sich nur um "isolierte Akte". Die Bevölkerung insgesamt habe sich beim Generalstreik umsichtig verhalten.



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