Nach geleakten Depeschen Trump sieht Fehlleistung bei britischem Botschafter

Der britische Botschafter in den USA bezeichnete die Trump-Regierung als "unfähig". Der Diplomat habe seinem Land keinen guten Dienst erwiesen, sagt Trump.

Donald Trump
AFP

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US-Präsident Donald Trump äußerte sich zu den geleakten Berichten des britischen Botschafters Kim Darroch. Dieser habe "dem Vereinigten Königreich nicht gut gedient", sagte Trump zu Reportern, wie die Nachrichtenagentur AP berichtet.

Der britische Botschafter in den USA hatte die US-Regierung einem Pressebericht zufolge in internen Mitteilungen als "unfähig" und "einzigartig dysfunktional" bezeichnet.

Wie die britische Zeitung "Daily Mail" in ihrer Sonntagsausgabe berichtete, erklärte Botschafter Kim Darroch in geheimen Briefings an das Außenministerium in London, dass die Trump-Präsidentschaft "abstürzen" und "schmachvoll enden" werde. Laut Zeitung wurden die Depeschen vermutlich von einem Mitglied des britischen Beamtenapparats durchgestochen.

Kim Darroch, Großbritanniens Botschafter in Washington
Victor J. Blue/ Bloomberg/ Getty Images

Kim Darroch, Großbritanniens Botschafter in Washington

"Wir gehen nicht wirklich davon aus, dass diese Regierung normaler wird; weniger dysfunktional; weniger unberechenbar; weniger gespalten; weniger diplomatisch plump und ungeschickt", schrieb Darroch demnach in einer Depesche. Das britische Außenministerium stellte die Echtheit der Vermerke nicht infrage.

"Iran sollte besser aufpassen"

Überdies äußerte sich Trump auch zur Ankündigung der iranischen Regierung, die Urananreicherung hochzufahren - und damit gegen das Atomabkommen zu verstoßen. "Iran sollte besser aufpassen", sagte Donald Trump.

Das Abkommen aus dem Jahr 2015 sieht eine Höchstgrenze von 3,67 Prozent bei der Urananreicherung vor. Seit der einseitigen Aufkündigung des Abkommens durch die USA im vergangenen Jahr ist die Zukunft des Vertrags ungewiss. Deutschland und die EU pochen auf dessen Einhaltung. Anfang der Woche hatte Iran bereits die erlaubte Menge von 300 Kilogramm niedrig angereichertem Uran überschritten.

tin/AP



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