Klimaschützer und Ex-Vizepräsident Gore nennt Treffen mit Trump "sehr interessant"

Al Gore kämpft seit Jahren gegen den Klimawandel. Donald Trump ist unsicher, ob der von Menschen verursacht ist. Nun haben sich beide getroffen und sich "aufrichtig bemüht, Gemeinsamkeiten zu finden".

Al Gore im Trump Tower
AP

Al Gore im Trump Tower


Donald Trump hat sich überraschend mit dem früheren US-Vizepräsidenten und Klimaaktivisten Al Gore getroffen. Der Demokrat sagte anschließend im Trump Tower, das Gespräch sei "sehr interessant" gewesen. Man habe sich aufrichtig bemüht, Gemeinsamkeiten zu finden. Die Gespräche würden fortgesetzt.

Trump hatte die Existenz eines von Menschen verursachten Klimawandels oft angezweifelt und im Wahlkampf den Ausstieg aus dem Pariser Abkommen versprochen. Ende November sagte er jedoch im Interview mit der "New York Times", er denke, es gebe eine gewisse Verbindung zwischen dem Klimawandel und menschlichem Einfluss, "ein wenig, etwas".

Gore hatte im jüngsten Wahlkampf vor dem Kandidaten der Republikaner gewarnt: Trump werde die Welt in eine Klimakatastrophe stürzen, sollte er Präsident werden.

Gore war unter Bill Clinton Vizepräsident. Im Jahr 2000 trat er bei der Präsidentschaftswahl an, scheiterte aber knapp an dem Republikaner George W. Bush. Seitdem machte er sich mit seinem Engagement für den Klimaschutz einen Namen. Sein Dokumentarfilm "Eine unbequeme Wahrheit" wurde 2007 mit zwei Oscars ausgezeichnet. Später erhielt Gore den Friedensnobelpreis, zusammen mit dem Weltklimarat.

Gore sprach am Montag auch kurz mit Trumps Tochter Ivanka. Die Nachrichtenseite "Politico" hatte vor Kurzem berichtet, die 35-Jährige wolle sich dem Kampf gegen den Klimawandel verschreiben und es zu einem Kernanliegen machen.

Ivanka Trump und ihr Mann Jared Kushner erwägen nach Medienberichten einen Umzug von New York in die US-Hauptstadt Washington DC. Nach Information des Senders CNN und der "Vanity Fair" sucht das Paar bereits nach einer passenden Bleibe für sich und seine drei Kinder. Die beiden werden in Trumps Präsidentschaft sehr wichtige Rollen spielen. Kushner gilt als eine der einflussreichsten Figuren hinter den Kulissen sowohl des Wahlkampfs als auch der jetzigen Übergangsphase.

New York fordert 35 Millionen Dollar für Sicherheitsausgaben wegen Trump

Trump hat seit seinem Wahlsieg immer wieder hochrangige Politiker und mögliche Kandidaten für sein Kabinett im Trump Tower in Manhattan empfangen. Rund um den Wohnsitz des 70-Jährigen gelten seit dem 8. November strenge Sicherheitsvorkehrungen.

Die Stadt New York will sich die zusätzlichen Sicherheitsausgaben zum Schutz Trumps nun von der US-Regierung erstatten lassen. In einem Brief an den scheidenden Präsidenten Barack Obama habe er eine Zahlung von bis zu 35 Millionen Dollar verlangt, sagte Bürgermeister Bill de Blasio. Damit sollen die Kosten für die Bewachung des Trump Towers bis zur Amtseinführung am 20. Januar gedeckt werden.

aar/dpa/AFP



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