US-Präsidentschaftskandidat Trumps Nominierung steht nichts mehr im Wege

Medienberichten zufolge hat er die nötigen Delegiertenstimmen für eine Nominierung als US-Präsidentschaftskandidat der Republikaner zusammen.

Donald Trump
AFP

Donald Trump


Fünf Vorwahlen stehen noch aus, doch die Nominierung als Präsidentschaftskandidat der US-Republikaner ist Donald Trump wohl nicht mehr zu nehmen. Zunächst berichtete die Nachrichtenagentur AP, dass er die nötige Anzahl der Delegiertenstimmen bereits zusammen hat. Die Agentur berief sich auf eigene Zählungen. Dann ging auch der US-Sender ABC News mit der Nachricht an die Öffentlichkeit. AP zufolge kommt er auf 1238 Delegierte - einen mehr, als er benötigt.

Die Agentur hatte mehrere ungebundene Delegierte selbst befragt. Bei den noch ausstehenden Wahlen am 7. Juni wird Trump demnach auf jeden Fall über die nötige Grenze von 1237 kommen. Offizielle Angaben dazu gibt es nicht.

Die ungebundenen Delegierten ("unbound delegates") der Republikaner machen jedoch nur einen geringen Teil der Parteitagsgesandten aus. Jeder Staat schickt mindestens drei, einige Staaten wie Colorado schicken sogar ausschließlich "unbound delegates" zum Nominierungsparteitag im Juli nach Cleveland. Es ist zwar festgelegt, dass sich die Delegierten dort der Mehrheit anschließen sollen, von dieser Pflicht können sie sich theoretisch aber selbst befreien.

Seit Jahrzehnten ist die Kür des Kandidaten auf dem Abschlussparteitag der Republikaner ein rein formaler Akt. Mit viel Show und Pomp wird das Ergebnis der Vorwahlen offiziell abgenickt und der Sieger der Vorwahlen feierlich zum Präsidentschaftskandidaten gekürt - in diesem Fall also Trump, der dann im November vermutlich gegen die Demokratin Hillary Clinton antreten wird.

Der Vorwahlkampf hat bei den Republikanern aber auch Wunden zurückgelassen. In der Partei ist Trump0 umstritten, unter anderem wegen seiner Äußerungen über Frauen und Einwanderer. Befürworter halten ihm dagegen zugute, neue Wähler mobilisiert zu haben. Zudem kommt es bei seinen Wahlkampfveranstaltungen immer wieder zu Ausschreitungen, zuletzt bei einer Rede in Albuquerque im US-Bundesstaat New Mexiko.

Doch demonstrieren einflussreiche Kontrahenten inzwischen Einigkeit mit dem wahrscheinlichen Präsidentschaftskandidaten. So zeigte sich Paul Ryan, Sprecher des Repräsentantenhauses, zuletzt milde gegenüber dem Polit-Neuling, ebenso wie die Fox-Moderatorin Magyn Kelly, die ihn in Interviews vorher härter angepackt hatte.

Überraschend wäre eine Trump-Nominierung ohnehin nicht: Der 69-Jährige hat in der Partei keinen Gegenkandidaten mehr. 16 Kandidaten hatte er hinter sich gelassen, Anfang Mai hatte sich John Kasich als letzter von ihnen aus dem Rennen zurückgezogen. Nun kann spekuliert werden, wen Trump als seinen möglichen Vize vorstellen wird.

Lesen Sie hier einen Überblick über mögliche Kandidatinnen und Kandidaten:

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US-Wahlkampf: Das sind Trumps mögliche Vizes
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musca 26.05.2016
1. Das ist auch in Ordnung.
Es ist demokratisch gesehen völlig in Ordnung. Wen ? , ausser Donald Trump sollten die Republikaner nun nach fast Ende und der bisherigen Ergebnisse des Vorwahlkampfs sonst noch nominieren ausser einem Donald Trump ? Sind ja alle republikanischen Bewerber , längst ausgestiegen und haben das Handtuch geschmissen, es gibt nur mehr Trump als den Kandidaten für die Republikaner. Er ist von Sieg zu Sieg geeilt- nicht so wenige Amerikaner quer durch sämtliche Bundesstaaten der USA wählten ihn und wollen vielleicht auch einen Donald Trump auch als ihren nächsten Präsidenten sehen. Das ist vielleicht auch Wählerwille. Bei den Demokraten ist es eher viel komplizierter. Bernie Sanders gibt nicht auf ( bis das die letzte Stimme im US-Vorwahlkampf ausgezählt ist) und obwohl er keine wirkliche Chance mehr hat zum Kandidaten der Demokraten nominiert zu werden, macht Bernie Sanders weiter. Das schadet immer mehr und mehr Hillary Clinton der Kandidatin der Demokraten und der ehemaligen Aussenministerin der USA und Frau Clinton ist ( vor allem wegen dieser E-Mail Affäre und sonstigen Gründen ) nicht unumstritten. Trump wird das für sich auszunützen wissen. Auch wenn Clinton sicher als Kandidatin der Demokraten nominiert werden wird. Das kann dann aber sehr spannend werden, eine Clinton die sich nur äussert knapp sich gegen Sanders durchgesetzt hat, ohnehin sowieso auch umstritten ist, selbst bei den demokratischen Wählern. Und in der Wahl für das Amt stehen dann wohl nur die Kandidaten Clinton oder Trump. Wie wird Amerika dann wählen ??? Da ist alles offen.
bertholdgross 26.05.2016
2. Obama über Trump
Obama hat auf dem G7-Treffen in Japan gegenüber der Weltöffentlichkeit behauptet, dass Trump unfähig sei, das Amt eines amerikanischen Präsidenten zu bekleiden. Mit anderen Worten, die Welt sollte sich lieber für die Wahl von Hillary Clinton einsetzen. Ist es eigentlich üblich, dass sich ein amtierender amerikanischer Präsident so dreist in den Wahlkampf einmischt?
dunnhaupt 26.05.2016
3. Clinton hat noch nicht genug Delegierte
Sanders verhindert effektiv, dass Clinton genug Delegiertenstimmen bekommen kann. Clinton rechnet damit, dass sie dann noch die Stimmen der Superdelegierten erhält. Falls diese jedoch inzwischen den Eindruck haben, dass Clinton jetzt gar nicht mehr gewinnen kann, behalten sie sich das Recht vor, noch einen ganz neuen Kandidaten (etwa Biden) als Retter aufzustellen, also keineswegs Sanders. In Deutschland bezeichent man die Caucus-Primaries unrichtig als "Vorwahlen". Es handelt sich aber in Wirklichkeit gar nicht um eine öffentliche Wahl, sondern nur um eine rein parteiinterne Kandidatenauslese.
winzerdrops 26.05.2016
4.
Trump und Putin! Gute Nacht Frau Merkel ;-) !
MySySail 26.05.2016
5. Hillary versus Donald
Diesen Bernie kann man getrost vergessen. Donald wuerde nicht nur die USA ins Unglueck stuerzen; fast die gesamte Welt wuerde leiden. Hillary ist somit die bessere Alternative; sie hat Erfahrung auf der politischen Buehne.
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