US-Wahlkampf Trump attackiert Eltern von gefallenem Soldaten

Der Vater eines im Irak gefallenen muslimischen US-Soldaten, Khizr Khan, kritisierte auf dem Demokraten-Parteitag Donald Trump scharf. Jetzt kontert dieser - und äußert sich abfällig über Khans Frau.

Donald Trump
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Die Rede von Khizr Khan war einer der Gänsehautmoment auf dem Parteitag der US-Demokraten in Philadelphia. Der pakistanisch-stämmige Anwalt, dessen Sohn 2004 als US-Soldat im Irakkrieg gefallen war, kritisierte den republikanischen Präsidentschaftskandidaten Donald Trump heftig.

"Waren Sie jemals auf dem Nationalfriedhof von Arlington? Gehen Sie dorthin und schauen Sie auf die Gräber der Patrioten, die die USA verteidigt haben", rief Khan Trump zu. "Sie werden dort alle Glaubensrichtungen finden, alle Geschlechter und Ethnien. Sie dagegen haben nichts und niemanden geopfert."

In einem Interview mit dem US-Sender ABC antwortete Trump auf die Rede. "Ich habe viel geopfert", sagte der republikanische Präsidentschaftskandidat. Er arbeite sehr hart und habe Zehntausende von Jobs geschaffen, sagte Trump. "Natürlich sind das Opfer."

Trump reagierte nicht nur auf Khans Rede, sondern äußerte sich abfällig über Khans Ehefrau, Ghazala. Diese stand während der Rede neben ihrem Mann. "Wenn sie sich seine Frau ansehen, wie sie da stand. Sie hatte nichts zu sagen", so Trump weiter. "Vielleicht durfte sie gar nichts sagen."

Ghazala Khan hatte nach der Rede die Gründe für ihr Schweigen erläutert. Sie sei immer noch überwältigt vom Tod ihres Sohnes und könne keines seiner Bilder anschauen ohne zu weinen, sagte die Mutter des gefallenen Soldaten.

In den sozialen Netzwerken löste Trumps Aussage heftige Proteste aus. Twitter-Nutzer empfanden sie nicht nur als Angriff auf eine trauernde Mutter, sondern auch als rassistisch und gegen Muslime gerichtet. In der Vergangenheit hatte Trump ein Einreiseverbot für Muslime gefordert.

asa/AP

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