Besuch bei Abe Trump inspiziert japanisches Kriegsschiff

Zum Abschluss seiner Japanreise besucht US-Präsident Trump ein Kriegsschiff. In den letzten vier Tagen hat er einen Sumo-Kampf gesehen und Golf gespielt. Einen Handelsdeal erreichte er allerdings nicht.

US-Präsident Donald Trump (2.v.l.), Japans Ministerpräsident Shinzo Abe (M.), flankiert von First Lady Melania Trump (l.) und Akie Abe an Bord des japanischen Hubschrauberträgers JS "Kaga"
Charly Triballeau/ AP

US-Präsident Donald Trump (2.v.l.), Japans Ministerpräsident Shinzo Abe (M.), flankiert von First Lady Melania Trump (l.) und Akie Abe an Bord des japanischen Hubschrauberträgers JS "Kaga"


Mit einem Besuch auf dem US-Flugzeugträger USS "Wasp" hat Präsident Donald Trump seinen viertägigen Staatsbesuch in Japan beendet. Trump sprach zum Abschluss auf dem Schiff vor rund 800 Seeleuten, Piloten und Marines und kündigte an, die Modernisierung der Streitkräfte weiter voranzutreiben. Er wünschte ihnen einen "Happy Memorial Day", der Tag, an dem die USA ihre Kriegsveteranen ehren.

Zuvor hatte Trump gemeinsam mit Japans Ministerpräsidenten Shinzo Abe kurz den japanischen Hubschrauberträger JS "Kaga" besucht. Das Schiff könnte zu einem Flugzeugträger umgerüstet werden, von dem gegebenenfalls auch amerikanische F-35-Kampfjets starten könnten. Davon hat Japan nach Angaben Trumps 105 weitere Exemplare bestellt.

Die Diskussionen über den Umbau des Schiffes sind in Japan jedoch noch nicht abgeschlossen. Kritiker halten das für einen möglichen Verstoß gegen die Verfassung, weil diese eine rein defensive Ausrichtung der Streitkräfte vorsehe. Nach Angaben des japanischen Verteidigungsministeriums war Trump der erste US-Präsident, der jemals ein japanisches Kriegsschiff betreten hat.

Trump war seit Samstag in Japan und war unter anderem von Kaiser Naruhito empfangen worden - als erster Staatsgast seit seiner Thronbesteigung am 1. Mai. Am Montagabend hatte das Kaiserpaar ein Staatsbankett für Trump gegeben.

Kein Handelsdeal für Trump

Mit Abe hatte Trump politische Gespräche geführt, die sich unter anderem um die Themen Handel, Iran und Nordkorea drehten. Trump besuchte einen Sumo-Kampf und spielte Golf mit dem Ministerpräsidenten.

Im vergangenen September hatten die USA und Japan sich auf Verhandlungen über eine Neuordnung der Handelsbeziehungen geeinigt. Der US-Präsident hatte wiederholt das "sehr große Defizit" seines Landes bei den Beziehungen zu Japan angeprangert. Trumps Androhung von Strafzöllen auf Auto-Importe, die auch japanische Hersteller treffen würden, belasten die eigentlich engen Beziehungen der beiden Länder.

Am Montag hatte Trump gesagt, mit Blick auf den Handel erwarte er, dass die USA und Japan bald "Dinge bekannt geben werden, wahrscheinlich im August, die sehr gut für beide Staaten sein werden". Einen Deal hatten beide Staaten in ihren Gesprächen allerdings nicht erreicht.

mfh/dpa



© SPIEGEL ONLINE 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.