Trump-Anordnung US-Behörden sollen offenbar Abos von "New York Times" und "Washington Post" kündigen

Immer wieder berichten die "New York Times" und die "Washington Post" kritisch über die Regierung von Donald Trump. Der US-Präsident will die Medien offenbar mit Abokündigungen unter Druck setzen.
Die "New York Times" soll in US-Ministerien bald nicht mehr zu lesen sein

Die "New York Times" soll in US-Ministerien bald nicht mehr zu lesen sein

Foto: ANGELA WEISS / AFP

Donald Trump und die "New York Times" - das ist eine sehr spezielle Beziehung. Schon oft hat der US-Präsident der renommierten Zeitung Lügen unterstellt, Hochverrat vorgeworfen und die Pleite prophezeit. Nun will Trump offenbar höchstpersönlich dafür sorgen, dass die "New York Times" sowie die ebenfalls angesehene "Washington Post" weniger Geld einnehmen und in Regierungskreisen weniger Beachtung finden.

Nach Berichten des "Wall Street Journal" und der Nachrichtenagentur AP bereitet das Weiße Haus eine Anordnung an US-Bundesbehörden vor, nach der Abonnements der beiden Zeitungen nicht verlängert werden sollen. Die Nachrichtenagentur AFP berichtet, das Weiße Haus habe seine eigenen Abos bereits gekündigt.

Als Begründung für die Kündigungen gibt die Sprecherin des Weißen Hauses, Stephanie Grisham, Sparmaßnahmen an. Die Abonnements in Behörden nicht zu verlängern, werde eine signifikante Kostenersparnis für die Steuerzahler zur Folge haben - "Hunderttausende US-Dollar". Warum die US-amerikanischen Steuerzahler persönlich Geld sparen und nicht der Staat, sagte sie nicht.

Trump sprach schon vor Tagen von Kündigungen

Bereits am vergangenen Montag hatte Trump in einem Interview mit dem Sender Fox News gesagt, man wolle die Times nicht mehr im Weißen Haus. "Wir werden sie und die Washington Post wahrscheinlich kündigen." Noch ist nicht bekannt, wann die Anordnung an die Behörden gehen soll.

Auch wenn unklar ist, wie viel Geld die Behörden tatsächlich für Abonnements der Zeitungen ausgeben, dürfte die Entscheidung des Weißen Hauses ein deutliches Signal sein: Medien müssen offensichtlich Restriktionen fürchten, wenn sie kritisch über die Trump-Regierung berichten.

Die "New York Times" hatte zuletzt von ihrer Berichterstattung über Trump profitiert, das schlug sich am Interesse der Leserinnen und Leser nieder. Im August 2018 verkaufte die "NYT" allein 2,9 Millionen Online-Abos, die "Washington Post" hatte im selben Jahr eine Digitalauflage von einer Million.

Die beiden Zeitungen haben sich noch nicht zu den Plänen der US-Regierung geäußert.

ptz/AP/AFP