Rassismus Abgeordneter unterbricht Donald Trump bei Rede

In Jamestown sollte Donald Trump an die Gründung der ersten englischen Siedlung in Amerika erinnern: ein Routinetermin. Doch dann störte ein Abgeordneter die Rede des Präsidenten - mit eindeutigen Botschaften.

Abgeordneter stört Rede von US-Präsident Trump: "Schiebt Hass ab"
Steve Helber/AP

Abgeordneter stört Rede von US-Präsident Trump: "Schiebt Hass ab"


"Schiebt Hass ab" und "Geh' zurück in Deine verdorbene Heimat" - mit diesen Forderungen hat der Parlamentsabgeordnete Ibraheem Samirah aus dem US-Bundesstaat Virginia eine Rede von US-Präsident Trump unterbrochen. Videoaufnahmen zeigen, wie Samirah die Rede mit Rufen stört und entsprechende Plakate in die Luft hält.

Trump hatte anlässlich der Gründung der Siedlung Jamestown im heutigen Bundesstaat Virginia im Jahr 1619 gesprochen. Er erinnerte daran, dass mit den ersten englischen Siedlern auch die ersten afrikanischen Sklaven in die heutige USA kamen. "Wir erinnern an jede heilige Seele, die unter den Schrecken der Sklaverei gelitten haben", sagte Trump.

"Ich habe gerade Donald Trumps Rede in Jamestown unterbrochen", schrieb Samirah anschließend auf Twitter. Rassismus und Engstirnigkeit sollten von keiner Person nur aus Gründen der Höflichkeit hingenommen werden.

"Dieser Mann ist ungeeignet für das Amt und ungeeignet, um an einer Feier unserer Demokratie, Repräsentanz und Migrationsgeschichte teilzunehmen", schrieb Samirah.

Schwarze Abgeordnete des Parlaments von Virginia hatten den Auftritt des Präsidenten bereits zuvor boykottiert. Sie begründeten dies mit Trumps "rassistischer und xenophober Rhetorik".

Trump hatte am Wochenende mit einer Reihe von Twitter-Botschaften für Empörung gesorgt. Er beschimpfte den afroamerikanischen Abgeordneten Elijah Cummings als "brutalen Tyrannen" und beschrieb dessen Wahlkreis in Baltimore als "widerliches, von Ratten und Nagern befallenes Drecksloch".

Am Dienstag verteidigte sich Trump gegen die Rassismus-Vorwürfe. "Ich bin die am wenigsten rassistische Person auf der ganzen Welt." Kein anderer US-Präsident habe mehr für die Schwarzen in den USA getan als er, sagte Trump. (Lesen Sie hier, was hinter Trumps Baltimore-Attacke steckt.)

Seine Kritik an Cummings erneuerte Trump jedoch: "Menschen wie Elijah Cummings" hätten in Baltimore und in anderen von Demokraten geführten Städten Mittel gestohlen und verschwendet, sagte der Präsident.

fek/AFP



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