Sicherheitsberater Bolton US-Regierung drängt auf Brexit

"Die USA ziehen es vor, dass Großbritannien die EU verlässt": Donald Trumps Sicherheitsberater John Bolton hat sich deutlich für den Brexit ausgesprochen. In zwei Tagen trifft sein Chef die Queen.

US-Sicherheitsberater John Bolton: "Ich denke, es wird uns helfen"
Kevin Lamarque/ REUTERS

US-Sicherheitsberater John Bolton: "Ich denke, es wird uns helfen"


Für die US-Regierung ist der Brexit offenbar keine rein innereuropäische Angelegenheit. Im Gegenteil: US-Sicherheitsberater John Bolton sieht nach eigenen Angaben klare Vorteile für die USA, wenn Großbritannien die Europäische Union tatsächlich verlässt.

In einem Interview mit der britischen Zeitung "Telegraph" sagte Bolton: "Die USA ziehen es vor, dass Großbritannien dem Kurs folgt, den die Menschen forderten, und die EU verlässt." Der Brexit sei "eine Lehre für alle im Triumph der Demokratie", zitierte der "Telegraph" Bolton.

Demnach wollen die USA vor allem im militärischen Bereich Nutzen aus dem Brexit ziehen. "Ich denke, es wird uns insbesondere in der Nato helfen, ein weiteres starkes und unabhängiges Land zu haben, das der Nato hilft, effektiver zu sein", sagte Bolton in dem Interview.

Trump lobt Brexit-Hardliner

US-Präsident Donald Trump wird kommende Woche mit seiner Frau Melania zu einem Staatsbesuch in Großbritannien erwartet. Am Montag wird Trump bei einem Lunch Queen Elizabeth und die Royal Family treffen; am Dienstag wird es ein Treffen mit Premierministerin Theresa May geben. Gleichzeitig sind für London Proteste gegen den US-Präsidenten angekündigt. Es wird erwartet, dass die Protestewie bei Trumps letztem Besuch in dem Land groß sein werden.

May hatte zwar vor einer Woche ihren Rücktritt angekündigt, wird Trump aber noch als Premierministerin empfangen. Am Donnerstag düpierte Trump sie allerdings - und lobte öffentlich ihre politischen Hauptgegner, die Brexit-Hardliner Boris Johnson und Nigel Farage. Er pries die beiden als "sehr gute Kerle".

Auch Bolton gilt als Bewunderer Johnsons. Darüber, wer May als Vorsitzende der britischen Konservativen ersetzen sollte, äußerte er sich dem "Telegraph" zufolge aber nicht.

Am Donnerstag sagte Bolton laut Nachrichtenagentur Reuters auf eine Frage nach dem Brexit, dass die USA mit ihrer eigenen Unabhängigkeitserklärung vom Vereinigten Königreich einen Erfolg erzielt hätten. Dem "Telegraph" sagte er nun: "Als wieder eigenständige Nation hat Großbritanniens Einfluss auf die Welt die Aussicht, noch größer zu werden."

mal/Reuters



insgesamt 295 Beiträge
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architekt09 31.05.2019
1. Teile
Und Herrsche So einfach Herr Bolton. Und ihr Exits da draußen: null Chance gegen USA und VRC alleine. Die EU mag ihre Mängel haben (wie auch die USA und auch die VRC) aber sie ist das Beste, was uns passieren kann!
siryanow 31.05.2019
2. Trumpzoll
Dieser Prediger der Spaltung und der Ellenbogen hat nur eins im Sinn . EU auseinander treiben um damit " Trump -US great again " zu machen . Mein Vorschlag: Allerhöchste Zoelle auf Trump
spmc-12355639674612 31.05.2019
3. Klar wollen die das!
Wie heißt der alte Spruch? Teile und herrsche! Divide et impera! Je kleinteiliger Europa wird, desto besser können die USA mit uns machen, was sie wollen. England droht gerade in seiner unendlichen Weitsicht, den ersten Schritt in eine Zukunft ohne echte Freunde zu machen.
Theya 31.05.2019
4. Na, wenn Bolton das sagt...
...wäre es wohl ein weiterer guter Grund, in der EU zu verbleiben. Immer das Gegenteil von dem zu tun, was John "Trump's worst mistake" Bolton (Zitat Jimmy Carter) von sich gibt, dürfte eine recht passable Faustregel sein.
immameer 31.05.2019
5. Es heißt immer noch....
...Auf etwas drängen! Die US-Regierung DRÄNGT auf Brexit.
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