Zu Weihnachten Donald Trump besucht überraschend US-Truppen im Irak

US-Präsident Donald Trump ist mit seiner Frau außerplanmäßig in den Irak gereist, um US-Truppen zu besuchen. Er wolle sich bei den Soldaten bedanken, heißt es. Doch die Reise soll wohl auch von den Problemen zu Hause ablenken.

US-Präsident Trump im Irak
AFP

US-Präsident Trump im Irak


US-Präsident Donald Trump und First Lady Melania Trump haben sich im Irak mit US-Soldaten getroffen. Das Präsidentenpaar landete am Abend auf dem Luftwaffenstützpunkt Al-Asad, wie die Nachrichtenagentur AFP berichtet. Dort habe der Präsident US-Soldaten und Führungspersonal der Armee besucht.

Es ist das erste Mal seit seinen Amtsantritt vor zwei Jahren, dass Trump US-Truppen in einem Kampfgebiet besucht. Die Reise war im Vorfeld nicht angekündigt worden. Allerdings war Trumps Air Force One zuvor über England gesichtet und hatte Spekulationen über das Reiseziel des Präsidenten ausgelöst.

Trumps Sprecherin Sarah Sanders verkündete den Besuch schließlich auf Twitter. Der Präsident und die First Lady seien in den Irak geflogen, um US-Soldaten vor Ort "für ihr Engagement, ihren Erfolg und ihr Opfer zu danken und um ihnen Frohe Weihnachten zu wünschen", schrieb Sanders fügte ein Foto bei, das Trump und seine Frau gemeinsam mit jungen Soldaten zeigt.

In den vergangenen Monaten war der Druck auf Trump gestiegen, Truppen im Kampfgebiet einen Besuch abzustatten. Aus Sicherheitsgründen werden solche Reisen nie vorher öffentlich angekündigt. Details zum genauen Zeitpunkt seiner Ankunft und zur Dauer seiner Visite waren zunächst nicht bekannt.

Trump: "USA können nicht weiter der Weltpolizist sein"

Trumps Besuch fällt in eine Zeit größtmöglicher Turbulenzen im US-Verteidigungsministerium. Der Pentagon-Chef James Mattis hatte vor wenigen Tagen seinen Rücktritt angekündigt - wegen grundlegender inhaltlicher Meinungsverschiedenheiten mit Trump. Der Präsident hatte kurz zuvor verkündet, alle US-Soldaten aus Syrien abzuziehen.

Er begründete diesen Schritt damit, dass die Terrororganisation Islamischer Staat (IS) vollständig besiegt sei. Die Entscheidung wurde national wie international kritisiert. Experten halten den IS nicht für besiegt und einen Abzug für fatal.

Im Irak verteidigte Trump seinen Standpunkt: "Die Vereinigten Staaten können nicht weiter der Weltpolizist sein", sagte Trump nach Angaben von mitreisenden Journalisten.

Trump verteidigt Truppenabzug aus Syrien

Der Präsident sagte demnach weiter: "Wir möchten nicht mehr von Ländern ausgenutzt werden, die uns und unser unglaubliches Militär nutzen, um sich zu schützen. Sie zahlen nicht dafür!" Es sei nicht fair, wenn allein die Vereinigten Staaten diese Last trügen. Das US-Militär sei in der ganzen Welt verteilt. "Wir sind in Ländern, von denen die meisten Menschen noch nicht einmal gehört haben. Ehrlich gesagt, es ist lächerlich."

Auch in Afghanistan will Trump die Truppenstärke offenbar stark reduzieren - Medienberichten zufolge will er die Hälfte der Soldaten dort abziehen. Diese Entscheidung stieß ebenfalls auf viel Kritik. Trump entschied sich mit dem Irak nun für einen Truppenbesuch in einem anderen Krisengebiet.

Seine Visite fällt auch in eine Phase anderer innenpolitischer Turbulenzen. Wegen eines erbitterten Streits mit den oppositionellen Demokraten über den Haushalt und die Grenzsicherung zu Mexiko stehen seit Tagen die Regierungsgeschäfte in den USA teilweise still. Trump drohte, der sogenannte Shutdown werde so lange anhalten, bis der Kongress die Finanzierung der von ihm gewünschten Mauer zu Mexiko absegne.

kko/AFP/dpa



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