Außenpolitik via Twitter Trump bietet Kim Spontantreffen am Sonntag an

Mal eben schnell "Hallo sagen"? Donald Trump hat sich via Twitter an Nordkoreas Machthaber gewandt - und ihm vorgeschlagen, sich bereits am Sonntag zum Händeschütteln an der innerkoreanischen Grenze zu treffen.

Kim Jong Un und Donald Trump (am 12. Juni in Singapur): "Ich habe nur mal einen Fühler ausgestreckt"
Evan Vucci / AP

Kim Jong Un und Donald Trump (am 12. Juni in Singapur): "Ich habe nur mal einen Fühler ausgestreckt"


US-Präsident Donald Trump hat ein Überraschungstreffen mit Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un an der innerkoreanischen Grenze an diesem Sonntag ins Spiel gebracht. Er werde den G20-Gipfel in Osaka gemeinsam mit Südkoreas Präsident Moon Jae In in Richtung Seoul verlassen, schrieb Trump am Samstag auf Twitter. "Während ich da bin, falls Vorsitzender Kim von Nordkorea dies sieht, ich würde ihn an der Grenze/entmilitarisierten Zone treffen, einfach, um ihm die Hand zu schütteln und Hallo zu sagen(?)!"

Es hatte Spekulationen über ein mögliches Treffen der beiden Politiker gegeben, die sich zuvor bereits in Singapur und Hanoi zu Gipfeltreffen begegnet sind. Sowohl das Weiße Haus als auch Trump selbst hatten Planungen für ein Treffen an der Grenze jedoch dementiert.

Zwei-Minuten-Treffen mit Kim?

"Ich habe nur mal einen Fühler ausgestreckt", sagte Trump kurz nach seinem Tweet. Er wisse gar nicht, ob Kim derzeit überhaupt in Nordkorea sei. "Wenn er da ist, werden wir uns für zwei Minuten sehen", sagte Trump. "Das ist alles, was wir tun können."

Der US-Präsident verteidigte erneut sein "gutes Verhältnis" zu dem Machthaber Nordkoreas. Es sei eine gute Sache, miteinander auszukommen. Es hätte mit Sicherheit Krieg gegeben, wenn nicht er als US-Präsident die Initiative ergriffen und Gespräche in Gang gebracht hätte, sagte Trump.

Vor Trumps Tweet hatte US-Sonderbotschafter Stephen Biegun gesagt, sein Land sei bereit zu konstruktiven Gesprächen mit Nordkorea über atomare Abrüstung. Eine Reaktion aus Nordkorea auf Trumps Vorschlag ist bisher nicht bekannt.

Bereits bekannt war hingegen, dass Trump nach dem G20-Gipfel nach Südkorea weiterreisen wollte um mit Moon unter anderem über das weitere Vorgehen im Atomstreit mit Nordkorea zu beraten. Moon hatte jüngst in einem Interview gesagt, die USA und Nordkorea redeten hinter den Kulissen über ein weiteres bilaterales Gipfeltreffen.

Bei einem historischen ersten Treffen zwischen Trump und Kim im Juni 2018 in Singapur hatte Nordkorea grundsätzlich einer Denuklearisierung zugestimmt. Konkrete Schritte wurden damals aber nicht vereinbart. Vor vier Monaten war dann der zweite Gipfel zwischen Trump und Kim gescheitert: Das Treffen in Vietnams Hauptstadt Hanoi endete damals vorzeitig und ohne Ergebnis. Die Verhandlungen über Pjöngjangs Atomprogramm sind seitdem nicht vorangekommen.

Die beiden Politiker sollen sich aber regelmäßig ausgetauscht haben: Kürzlich war bekannt geworden, dass sich beide seit Anfang 2018 insgesamt zwölf Briefe geschickt haben sollen.

"Das nennt man eine echte Grenze"

Trump brachte nun am Samstag auch seine Bewunderung für die Grenzanlagen an der innerkoreanischen Grenze zum Ausdruck. "Wenn wir über eine Mauer sprechen, wenn wir über eine Grenze sprechen: Das nennt man eine Grenze", sagte er mit Blick auf die 248 Kilometer lange Demarkationslinie zwischen den beiden koreanischen Staaten, die mit Stacheldraht und technischen Überwachungsanlagen extrem strikt gesichert ist. "Niemand geht über diese Grenze. Das nennt man eine echte Grenze."

Trump nahm offenbar Bezug auf die zahlreichen Grenzübertritte an der US-Südgrenze zu Mexiko, die er gerne durch eine Mauer sichern möchte.

aar/dpa/AFP

insgesamt 7 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
bernteone 29.06.2019
1. Der Spinner
braucht mal wieder eine Show . " Ich weiß nich ob Kim überhaupt in Korea ist " Die amerikanischen Geheimdienste wissen.100 % ob Kim sich im Außland aufhält . Nicht mehr als eine geplante PR Aktion von langer Hand vorbereitet . Technisch garnicht machbar für den Secret Service mal schnell von Heute auf Morgen ein Treffen an der Koreanischen Grenze und für Kim trifft mit Sicherheit das gleiche zu . Hier sollen mal wieder alle für blöd verkauft werden . Wenn die dich treffen war das abgemachte Sache .
Poli Tische 29.06.2019
2. Wenn das nicht mal wahre Liebe ist.....
zumindest aber eine abgrundtiefe Bewunderung Trumps für den kleinen "Raketenmann". Wahrscheinlich bewundert Trump nicht nur Kims Mauer, sondern auch dessen uneingeschränkte Macht über sein Land und dass Kim, bei allem was er an Unsinn treibt, nie kritisiert wird. In diesen Paradies würde sich Trump gerne mal mit Kim auf eine Schale Tee treffen - wenn Kim Zeit und nichts besseres vor hat.....
casper2019 29.06.2019
3. Komischer Person
Der Trump wie sein Handeln und Reden zeigt das die Situation schizophren ist. Aber eines muss man schreiben er kann auch lustig sein und ist bisher nicht kriegsgeil wie seine Vorgänger. İch würde mich nicht vorstellen wenn Clinton Präsident wäre. Man muss kein Trump Fan sein aber setzt seine Wahlversprechen ein oder ist beinahe dran zu erfüllen. Den Wirtschaft geht es gut die Arbeitslosigkeit sinkt. Chapeau !!
hdkuehn 29.06.2019
4. Soll Der Trump doch dahin fliegen
und Kim die Hände schütteln. Das geht aber nur, wenn einer die Grenze öffnet. Trump könnte nach seiner Amtszeit auch in den Genuss eines solchen Zaunes kommen, falls er doch noch vor Gericht gestellt wird. Dann werden bestimmt auch ganz viele Menschen sich vor der Grenze die Hände schütteln und eventuell Trump zuwinken.
claus7447 29.06.2019
5.
Zitat von hdkuehnund Kim die Hände schütteln. Das geht aber nur, wenn einer die Grenze öffnet. Trump könnte nach seiner Amtszeit auch in den Genuss eines solchen Zaunes kommen, falls er doch noch vor Gericht gestellt wird. Dann werden bestimmt auch ganz viele Menschen sich vor der Grenze die Hände schütteln und eventuell Trump zuwinken.
Nur zur Korrektur, da muss kein Zaun geöffnet werden. Panmunion ist offen, aber extrem bewacht. Die Baracke in der der Waffenstillstand unterzeichnet wurde steht genau 50:50 auf der Grenze. abwechselnd ist sie mal vom Süden, mal vom Norden besetzt.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.