Ukraine-Affäre Trump bietet Herausgabe weiterer Gesprächsprotokolle an

Ein Amtsenthebungsverfahren sei ein "Witz" - dennoch ist US-Präsident Trump offenbar zur Veröffentlichung weiterer Mitschriften von Telefonaten mit Ukraines Präsident Selenskyj bereit. Der zeigte sich überrascht.
US-Präsident Trump bezeichnete ein mögliches Amtsenthebungsverfahren als "Witz"

US-Präsident Trump bezeichnete ein mögliches Amtsenthebungsverfahren als "Witz"

Foto: Angerer/Getty Images/AFP

Donald Trump ist zur Veröffentlichung weiterer Gesprächsprotokolle zu Telefonaten mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj bereit. Die Demokraten könnten auch die Notizen zu seinem ersten Gespräch mit Selenskyj nach dessen Amtsantritt haben, sagte Trump.

Auch die Telefonate des US-Vizepräsidenten Mike Pence mit dem ukrainischen Präsidenten bot Trump den Demokraten an. Die Gespräche seien alle "perfekt" gewesen.

Obwohl er die Idee, solche Gesprächsunterlagen zu veröffentlichen, nicht möge, sei er um Transparenz bemüht, so Trump. Er wolle so die Anschuldigungen der Demokraten entkräften. Die Vorwürfe, er habe in dem Telefonat Druck auf den ukrainischen Präsidenten ausüben wollen, bezeichnete er abermals als "Hexenjagd". Selenskyj hatte Trump später in Schutz genommen und das Telefonat als "normales Gespräch" bezeichnet.

Selenskyj irritiert

Allerdings soll Selenskyj überrascht gewesen sein von der Maßnahme, das komplette Gespräch zu veröffentlichen. Der Nachrichtenagentur Reuters zufolge sagte Selenskyj gegenüber ukrainischen Medien, er habe erwartet, dass nur Trumps Aussagen veröffentlicht werden würden. "Ich denke, dass solche Gespräche zwischen Präsidenten unabhängiger Staaten manchmal nicht veröffentlicht werden sollten", wird Selenskyj zitiert.

Trump hatte in einem Telefonat mit Selenskyj Ende Juli Ermittlungen angeregt, die seinem politischen Rivalen, dem demokratischen Präsidentschaftsbewerber Joe Biden, schaden könnten.

Ein am Mittwoch vom Weißen Haus veröffentlichtes Gesprächsprotokoll, das auf Notizen von Mitarbeitern basiert, die bei dem Telefonat anwesend waren, bestätigt dies. Eine wörtliche Mitschrift des Gesprächs wurde nicht herausgegeben. (Lesen Sie hier das Gesprächsprotokoll in voller Länge )

Die Demokraten haben wegen des Telefonats konkrete Schritte für ein mögliches Amtsenthebungsverfahren gegen Trump angekündigt. Sie werfen dem Präsidenten "Mafia-Methoden" und Verfassungsbruch vor. Trump wehrte sich gegen die Vorwürfe - ein mögliches Amtsenthebungsverfahren bezeichnete er als "Witz".


Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version des Teasers hieß es, Trump sei zur Veröffentlichung weiterer Mitschriften seines Gesprächs mit Selenskyj bereit. Korrekt ist, wie im Text auch dargestellt, dass es um die Mitschriften weiterer Gespräche geht. Zudem war im Text davon die Rede, dass Selenskyj überrascht gewesen sei "von der Maßnahme, das komplette Interview zu veröffentlichen". Dabei handelt es sich um einen Übersetzungsfehler. Es muss "Gespräch" heißen, nicht "Interview". Wir haben die Textstellen geändert.

fek/dpa/AFP
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.