Affäre um Whistleblower Trump bringt Festnahme von Chef des Geheimdienstausschusses ins Spiel

Im Zuge der Ukraineaffäre droht Donald Trump immer unverhohlener. Er attackiert den Whistleblower und sinniert über eine drastische Maßnahme: die Verhaftung des demokratischen Kongressabgeordneten Adam Schiff.

Donald Trump
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US-Präsident Donald Trump versucht, den Hinweisgeber in der Ukraineaffäre massiv einzuschüchtern und in Verruf zu bringen. Auf Twitter bezeichnete er die Beschwerde des Whistleblowers als "Fake". "Der Whistleblower wusste fast nichts", schrieb Trump am Montag. Die Beschreibung des Telefonats mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj, das im Zentrum des Skandals steht, beruhe auf Informationen aus zweiter Hand und sei "ein Betrug".

Zudem warf Trump dem Vorsitzenden des Geheimdienstausschusses im Repräsentantenhaus, dem Demokraten Adam Schiff, vor, das Telefonat mit Selenskyj falsch dargestellt zu haben. Der US-Präsident brachte sogar eine Verhaftung Schiffs ins Spiel: "Festnahme wegen Landesverrats?", twitterte Trump.

Ein anonymer Geheimdienstmitarbeiter hatte im August Beschwerde bei einer internen Kontrollbehörde eingelegt und damit eine Affäre ausgelöst, die für Trump in ein Amtsenthebungsverfahren münden könnte. Die Demokraten im Repräsentantenhaus haben entsprechende Untersuchungen eingeleitet.

Der Whistleblower wirft Trump unter anderem vor, "die Macht seines Amtes" zu benutzen, damit sich ein anderes Land zu seinen Gunsten in die US-Wahl 2020 einmischt. Er beruft sich dabei auf Informationen mehrerer Regierungsmitarbeiter. Trump weist die Vorwürfe zurück.

Ein Gesprächsprotokoll des Telefonats mit Wolodymyr Selenskyj zeigt, dass Trump seinen ukrainischen Amtskollegen zu Ermittlungen ermunterte, die seinem Rivalen Joe Biden schaden könnten. Dabei geht es um frühere Geschäfte von Bidens Sohn Hunter in der Ukraine und angebliche Bemühungen Bidens, ihn vor der ukrainischen Justiz zu schützen.

Die Identität des Whistleblowers ist nicht bekannt. Der Fernsehsender CBS veröffentlichte ein Schreiben der Anwälte des Geheimdienstmitarbeiters, in dem sie die Sorge um die Sicherheit ihres Mandanten zum Ausdruck bringen.

Der demokratische Vorsitzende des Geheimdienstausschusses im Repräsentantenhaus Adam Schiff: Whistleblower soll offenbar bald als Zeuge vernommen werden
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Der demokratische Vorsitzende des Geheimdienstausschusses im Repräsentantenhaus Adam Schiff: Whistleblower soll offenbar bald als Zeuge vernommen werden

Der Geheimdienstausschuss des Repräsentantenhauses rechnet damit, den Hinweisgeber bald als Zeugen vernehmen zu können. Erst müssten aber Vorsichtsmaßnahmen getroffen werden, die die Identität der Person schützten, sagte Schiff jüngst dem Sender ABC.

asa/dpa



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Dr. Metro 30.09.2019
1. Und die Hoffnung stirbt zuletzt...
wie immer bisher, nach Brüskierungen von DT
kkschiemert 30.09.2019
2. Panik
Trump hat bereits in den Panik-Modus gewechselt. Wahrscheinlich hat er Zukunftsangst für die Zeit nach seiner Amtszeit.
r_saeckler 30.09.2019
3. Wie jetzt? Entpuppt sich der gelernte ...
... Immobilienhai und -pleitier und derzeitige POTUS am Ende jetzt auch noch als Mobster? Tststssss - Zeiten sind das ...!
chaosimall 30.09.2019
4. Es ist nur zu hoffen
das sie dieses Mal wirklich etwas in der Hand haben. Aber es sieht ja danach aus. Der Niedergang Trumps wird die gesellschaftlichen Probleme aber nicht lösen. Eine gemeinsam von Demokraten und Republikanern getragene Präsidentschaft hätte vielleicht die Kraft zur nationalen Aussöhnung und eine Rückbesinnung auf die Grundwerte der US-amerikanischen Nation.
Gustav_G 30.09.2019
5. Meine Gott!
Trump ist wirkich unerträglich ! Ich wünsche den Amerikanern viel Glück, vielleicht werden sie ihn ja doch los.
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