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11. Dezember 2016, 19:53 Uhr

Angebliche Wahlhilfe durch Russland

Trump nennt CIA-Bericht "lächerlich"

Donald Trump wehrt sich gegen Berichte, Hacker mit Verbindung zur russischen Regierung hätten gezielt Hillary Clinton geschadet. Doch seine eigene Partei will die Hinweise nicht so leicht vom Tisch wischen.

Der designierte US-Präsident Donald Trump hat einen geheimen CIA-Bericht über gezielte russische Wahlhilfe zu seinen Gunsten als "lächerlich" zurückgewiesen. Dahinter steckten die Demokraten, die eine Entschuldigung für "eine der größten Niederlagen in der Geschichte der Politik dieses Landes" suchten, sagte Trump in einem Interview mit dem Sender Fox News.

"Es ist nur eine weitere Entschuldigung", betonte der Republikaner. "Ich kann es nicht glauben. Jede Woche eine andere Entschuldigung. Wir hatten einen Erdrutschsieg."

Mehrere Medien hatten am Samstag über eine Schlussfolgerung des Geheimdienstes CIA berichtet, nach der Hackerangriffe auf Systeme der Demokraten darauf abgezielt hätten, Trump zum Sieg über seine Rivalin Hillary Clinton zu verhelfen. Im Wahlkampf war unter anderem das E-Mail-Konto des demokratischen Parteivorstands gehackt worden.

Über die geheime Einschätzung hätten CIA-Vertreter in der vergangenen Woche Senatoren in Washington unterrichtet, meldete die "Washington Post" am Samstag unter Berufung auf informierte Kreise. Demnach war bisher eher davon ausgegangen worden, dass die Aktionen das Vertrauen in das US-Wahlsystem untergraben sollten.

Auch die Republikaner sollen gehackt worden sein - aber es gab kein Leak

Auch die "New York Times" berichtet, die Dienste hätten "Individuen" mit Verbindungen zum Kreml identifiziert, die der Enthüllungsplattform "WikiLeaks" sensible Informationen über Clinton zugesteckt haben sollen. Es sei Ziel der russischen Regierung gewesen, Trump ins Weiße Haus zu verhelfen. Namentlich konnte aber weder die "New York Times" noch die "Washington Post" ihre Quellen benennen.

Der "New York Times" zufolge beruht die CIA-Einschätzung zum Teil darauf, dass auch das Computersystem des republikanischen Parteivorstands gehackt worden sei. Aber die Russen hätten die auf diese Weise gewonnenen Informationen im Gegensatz zum Fall der Demokraten für sich behalten.

Der republikanische Parteivorstand blieb dagegen auch am Wochenende bei seiner bisherigen Darstellung, dass sein System nicht kompromittiert worden sei.

Das Trump-Team hatte die CIA-Einschätzung bereits am Freitag zurückgewiesen und sich über die Spionagebehörde mokiert. "Dies sind dieselben Leute, die gesagt haben, dass Saddam Hussein Massenvernichtungswaffen besitzt", hieß es in einer schriftlichen Erklärung mit Blick auf geheimdienstliche Erkenntnisse vor dem Irakkrieg, die sich als falsch herausstellten.

Ergebnisse sollten "jeden Amerikaner alarmieren", sagt McCain

In einem seltenen parteiübergreifenden Statement sagte der Republikaner John McCain hingegen, dass die Ergebnisse des CIA-Berichts "jeden Amerikaner alarmieren sollten." Man dürfe den Bericht nicht für Partei-Gezanke missbrauchen, die vermuteten Cyberangriffe "berühren das Herz unserer freien Gesellschaft", heißt es in dem Statement weiter.

McCain gab außerdem an, dass das Committee on Armed Services des US-Senats sich "unverzüglich" mit den im CIA-Bericht genannten Vorwürfen beschäftigen werde. Der Republikaner Lindsey Graham sowie ein Demokrat als Ko-Vorsitzender sollten die Bemühungen leiten, so McCain.

Der scheidende US-Präsident Barack Obama hatte zuvor ebenfalls Geheimdienste und Sicherheitsbehörden angewiesen, einen umfassenden Bericht zu den Hackerangriffen vorzulegen.

gru/dpa

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