Erneute Kritik an US-Justizminister Trump demontiert Sessions

Der US-Präsident treibt seinen eigenen Justizminister vor sich her: Trump twittert nicht nur gegen Sessions, sondern soll einem Medienbericht zufolge auch darüber nachdenken, ihn zu feuern.

US-Justizminister Jeff Sessions
AFP

US-Justizminister Jeff Sessions


Donald Trump hat sich eingeschossen - auf Jeff Sessions, einen seiner frühesten Unterstützer. Der US-Präsident überlegt offenbar, ob und wie er seinen Justizminister loswerden kann.

Nach Angaben der Tageszeitung "Washington Post" und der Nachrichtenagentur AP hat Trump mit Beratern bereits darüber gesprochen, Sessions zum Rücktritt zu bewegen - oder zu feuern.

Auf Twitter fasste Trump am Dienstag seine Wut über Sessions zusammen und knüpfte damit an eine Nachricht an, die er bereits am Montag geschrieben hat: "Warum gehen die Ausschüsse und Ermittler - und natürlich unser angeschlagener Justizminister - nicht den Verbrechen und Russland-Verbindungen der betrügerischen Hillary nach?"

"Angeschlagen" ist Sessions wegen des Verdachts, er habe nicht die ganze Wahrheit über seine Russland-Kontakte während des Wahlkampfs gesagt. Geschwächt ist der Politiker aber auch deshalb, weil Trump ihn in der vergangenen Woche auf beispiellose Weise öffentlich kritisiert hatte. Der Grund: Sessions hat sich aufgrund seiner Russland-Kontakte bei den Ermittlungen zur russischen Einflussnahme auf den Wahlkampf für befangen erklärt.

Nach Informationen der "Washington Post" wird im Weißen Haus nicht nur darüber beraten, Sessions zu entlassen, sondern auch den Sonderermittler zur Russlandaffäre, Ex-FBI-Chef Robert Mueller. Ein solcher Eingriff in die Justiz würde aller Voraussicht nach eine schwere politische und verfassungsrechtliche Krise auslösen.

dop/AFP

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insgesamt 37 Beiträge
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pwkl 25.07.2017
1. Öffentliches Mobbing...
...durch einen Psychopathen, der in psychiatrische Behandlung gehört, aber nicht ins Oval Office...
Bueckstueck 25.07.2017
2. Von wegen Loyalität
Maulheld Trump wird in den USA derzeit wieder einmal zurecht wegen seiner früheren Aussagen bezüglich Loyalität und wie wichtig diese sei, durchden Kakao gezogen.
ihawk 25.07.2017
3. Politisches Absurdistan
Wer regiert den eigentlich im Weißen Haus? Donald Trump in meinen Augen mit Sicherheit nicht. Er darf die Weltöffentlichkeit mit seinen schwachsinnigen Tweets in Atem halten, während meines Erachtens im Hintergrund eine fundamentale Revolution vorbereitet wird. Diese Revolution nahm ihren Anfang unter Ronald Reagan und unter Donald Trump soll die Öffentlichkeit den Eindruck gewinnen, dass Demokratie eine unhaltbarere Regierungsform geworden ist.
lesenbildetimmernoch 25.07.2017
4. Der Fisch stinkt vom Kopf her
Wer solch einen "Chef" hat, braucht keine Todfeinde mehr. Sessions sollte froh sein, bald keinem cholerischen Rumpelstilzchen mit Größenwahn mehr dienen zu müssen. Trump schlägt in Panik wild um sich, um seinen ungeformten Glutaeus maximus zu retten und die Welt darf dabei zuschauen, wie er dabei tiefer und tiefer im Treibsand der Korruption und versuchten Rechtsbeugung versinkt. Great show! Thumbs up
klangschmied 25.07.2017
5. Mueller
kann aber nicht vom Präsi gefeuert werden. Deswegen heisst er ja auch Sonderermittler. Da müsste schon die gesamte Partei mitmachen, und ich zweifele schwer daran, dass die Reps ihren Ruf für Trump auf Jahrzehnte hin besudeln... hat ein anderer Präsi auch versucht und wurde fallen gelassen wie eine heisse Kartoffel.
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