SPIEGEL ONLINE

SPIEGEL ONLINE

14. Oktober 2016, 10:34 Uhr

Belästigungsvorwürfe gegen Trump

Den Parteispendern reicht es auch

Einige der einflussreichsten Parteispender der Republikaner stellen sich offen gegen Donald Trump: Die Partei solle sich endlich von ihrem umstrittenen Kandidaten lossagen.

Mit Millionenspenden unterstützen reiche US-Amerikaner den Wahlkampf der republikanischen Partei. Doch angesichts des aktuellen Sexismusskandals haben sich nun einige der einflussreichsten Spender öffentlich gegen den Präsidentschaftskandidaten Donald Trump gestellt. Sie fordern von der Parteiführung, dem Republican National Committee (RNC), sich ganz und endgültig von Trump zu trennen.

"An einem Punkt muss man in den Spiegel schauen und feststellen, dass man seine Unterstützung für Trump unmöglich gegenüber den eigenen Kindern rechtfertigen kann - insbesondere gegenüber seinen Töchtern", zitiert die Zeitung David Humphreys. Der Geschäftsmann aus Missouri hat seit 2012 rund 2,5 Millionen Dollar für den Wahlkampf gespendet.

Bruce Kovner, der im selben Zeitraum 2,7 Millionen Dollar spendete, äußerte sich ebenso deutlich. "Er ist ein gefährlicher Populist und vollkommen ungeeignet für die Verantwortung als Präsident der USA", schreibt der New Yorker Investor demnach in einer E-Mail. Es gebe eine Grenze, bei der offensichtliche moralische Verfehlungen eines Kandidaten nicht mehr missachtet werden dürften. "Diese Grenze ist eindeutig überschritten."

Die Parteispender sorgen sich, dass Trumps Äußerungen und die Vorwürfe gegen ihn dem Image der ganzen Partei schaden könnten. Kovner sprach sich laut "New York Times" dafür aus, dass sich das RNC auf Kandidaten konzentrieren solle, welche die Werte und Prinzipien der Partei vertreten.

"Schockierend und erniedrigend"

In der "New York Times" hatten am Donnerstag zwei Frauen sexuelle Übergriffe des Milliardärs geschildert, ein Fall reicht zurück bis 1979, einer ist aus dem Jahr 2005. Auch eine frühere Reporterin des Magazins "People" machte am Donnerstag entsprechende Vorwürfe öffentlich: Sie berichtete, wie Trump sie 2005 angeblich bedrängte. Trump streitet alle Vorwürfe ab, eine Reporterin der "New York Times" beschimpfte er als "widerlich".

Die First Lady Michelle Obama nahm Trumps Prahlerei mit sexuellen Übergriffen zum Anlass, Trump bei einem Wahlkampfauftritt in New Hampshire scharf zu attackieren. "Das hat mich bis ins Innerste erschüttert, auf eine Art und Weise, wie ich es mir nicht hätte vorstellen können", sagte sie. Trumps Kommentare seien "schockierend und erniedrigend", ein Affront gegen alle "Frauen, Eltern, Bürger der Vereinigten Staaten".

".

brk

URL:

Verwandte Artikel:

Mehr im Internet


© SPIEGEL ONLINE 2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung