"Women's March": Frauen marschieren gegen Trump
"Women's March" Der erste Tag gehörte Trumps Gegnern
Es war sein erster Tag als Präsident der USA - doch so hat sich das Donald Trump wohl nicht vorgestellt: Protestplakate statt Fahnen, zornige Sprechchöre statt Jubel und Blaskapellen, ein Meer pinkfarbener Strickmützen statt roter Trump-Kappen - die Straßen in den amerikanischen Großstädten waren voll von Anti-Trump-Protestlern, die sich zum "Women's March" versammelt hatten.
Die Bewegung "Women's March on Washington" hatte über soziale Netzwerke zur Teilnahme an Demonstrationen im ganzen Land aufgerufen, um gemeinsam für Frauenrechte einzustehen und Trumps frauenfeindlichen und rassistischen Äußerungen etwas entgegenzusetzen (Lesen Sie hier die Ereignisse des Tages in unserem Newsblog).
Am Freitag hatten noch Hunderttausende Trump-Anhänger auf der National Mall in Washington die Vereidigung des 70-Jährigen gefeiert. Einen Tag später füllte sich die Promenade im Zentrum der US-Hauptstadt mit seinen Gegnern. Die Stadtverwaltung gab keine offiziellen Teilnehmerzahlen heraus, doch die Veranstalterinnen selbst gehen von einer halben Million Teilnehmerinnen aus - das dürften mehr gewesen sein als zur Vereidigung Trumps dort waren.
Wow. Donald Trump should have scheduled his inauguration for today. There seem to be a lot more people in town pic.twitter.com/maWafH3Pde
— Bill McKibben (@billmckibben) January 21, 2017
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Ein Indiz für die enorme Beteiligung in der Hauptstadt Washington waren Zahlen des Verkehrsunternehmens WMATA: Demnach benutzten allein am Samstagvormittag 275.000 Menschen die Washingtoner U-Bahnen und Busse und damit knapp 50 Prozent mehr als am Freitag, als Trump feierlich in sein Amt eingeführt worden war.
Die Demonstranten standen auf der zentralen Independence Avenue offenbar so dicht, dass diese auf rund anderthalb Kilometern unpassierbar war, berichtet die Nachrichtenagentur AFP. Zehntausende wichen auf den angrenzenden Park National Mall und die Straßen rund um das Weiße Haus aus.
Unterstützt wurde die Großdemonstration von Prominenten wie Michael Moore, Cher oder Kristen Stewart. Popsängerin Madonna heizte die Stimmung mit einem Überraschungsauftritt an. "Die Revolution beginnt jetzt!", rief sie den Demonstranten entgegen.
Der Marsch in Washington war das Zentrum der weltweiten Protestaktionen mit mehr als 600 "Schwestermärschen". Insgesamt dürften sich weltweit mehr als eine Million Menschen eingefunden haben, um Trump an seinem ersten Amtstag eine deutliche Botschaft mitzugeben.
In Los Angeles hatten sich nach Polizeiangaben mehr als eine halbe Million Menschen an dem Protestmarsch beteiligt. Ein Polizeisprecher sprach von der größten Massenkundgebung in der kalifornischen Metropole seit 30 Jahren.
"Ich lebe schon mein ganzes Leben in New York City und so habe ich es noch nie gesehen", schreibt der Drehbuchautor Martin Weber auf Twitter:
I've lived in & around NYC my entire life & I've never seen it like this. #womensmarchnyc pic.twitter.com/f377sUew0w
— Michael H. Weber (@thisisweber) January 21, 2017
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Den Auftakt hatten Australien und Neuseeland gemacht. In London nahmen den Organisatoren zufolge rund 100.000 Menschen teil. In Berlin kamen einige hundert Menschen vor der US-Botschaft zusammen. Auch in Paris, Prag, Amsterdam und vielen anderen europäischen Städten gingen Trump-Gegner auf die Straße.
Aerial views of marches in cities across the US in solidarity ...From Boston to Los Angeles, here are aerial views of thousands and thousands in your city marching in solidarity with the #WomensMarch on Washington http://cnn.it/2k0PGHl
Posted by CNN on Saturday, January 21, 2017
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Die Proteste waren plakativ. Seit Jahrzehnten hat kein US-Präsident derart polarisiert wie der rechtspopulistische Immobilienmilliardär. Trump hatte am Freitag mit der nationalistischen Parole "Amerika zuerst" sein Amt angetreten. Noch am selben Tag unterzeichnete er ein Dekret, in dem er allen staatlichen Stellen die Erlaubnis erteilte, die Krankenversicherung "Obamacare" nicht anzuwenden oder sie zu verzögern, sollte sie eine "finanzielle Belastung" darstellen.
Am Samstag besuchte Trump den Auslandsgeheimdienstes CIA in Langley bei Washington. "Ich bin zu 1000 Prozent auf eurer Seite", sagte Trump und bezeichnete seine Auseinandersetzung mit den Geheimdiensten als Erfindung der Medien.