Drohung von Donald Trump "... das offizielle Ende Irans"

Das Verhältnis zwischen Washington und Teheran ist derzeit extrem angespannt, nun verschärft US-Präsident Donald Trump den Konflikt weiter: Er droht Iran indirekt mit der Vernichtung.

Brendan Smialowski / AFP

US-Präsident Donald Trump hat Iran in deutlichen Worten gedroht. "Wenn Iran kämpfen will, wird das das offizielle Ende Irans sein", schrieb Trump am Sonntag auf Twitter. "Droht nie wieder den Vereinigten Staaten!"

Zuvor hatte sich der Kommandeur der iranischen Revolutionsgarden kämpferisch geäußert: Zwar wollten Iran und seine Revolutionsgarden keinen Krieg, sagte Hussein Salami nach Angaben der halbstaatlichen Nachrichtenagentur Isna. Allerdings fürchteten sie sich auch nicht davor. Die US-Truppen hätten anders als die Revolutionsgarden Angst vor dem Tod, und ein solcher Gegner sei "leicht zu besiegen".

Die Lage in der Golfregion gilt wegen des Streits zwischen den beiden Seiten derzeit als extrem angespannt. Das US-Verteidigungsministerium hatte unter anderem einen Flugzeugträger und eine Bomberstaffel in den Nahen Osten entsandt und das damit begründet, es gebe Hinweise auf mögliche iranische Angriffe gegen US-Truppen. Die USA und ihr enger Verbündeter Saudi-Arabien werfen Iran vor, Unruhe zu stiften und Terrorismus zu unterstützen.

Washington setzt die Islamische Republik seit mehr als einem Jahr massiv unter wirtschaftlichen Druck, inzwischen wird offen die Gefahr eines Krieges diskutiert. Trump hatte zuletzt mehrfach betont, dass er mit Iran verhandeln wolle. Medienberichten zufolge soll er bei einer Sitzung im Weißen Haus klargemacht haben, dass er kein Interesse an einem Krieg habe.

mal/AFP/dpa/Reuters

insgesamt 63 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Riodria 20.05.2019
1.
WIe bei vielen neuen Imperatoren in Rom, musste kurz nach der Machtübernahme erst einmal ein Krieg her. Gerne auch um von anderen Problemen abzulenken. Bei Trump fürchte ich, gilt beides. Er will beiweisen, was für ein großer Macher und Feldherr er doch ist und er will von inneren Problemen ablenken. Schade, dass damals wie heute, Menschen für diese Art von Politik über die Klinge springen müssen.
werner-brösel 20.05.2019
2. Dem nicht enden wollenden innenpolitischen Druck
der auf Trump immer noch lastet, wird er mit außenpolitischen Ablenkungsmanövern zu begegnen versuchen. Und Krieg liegt dafür in einem Werkzeugkoffer für Despoten immer oben auf. Trump wird di
ihawk 20.05.2019
3. Völkerrechtswidrig
Die Äußerungen von Donald Trump ist nicht nur völkerrechtlich unzulässig, sondern ich frage mich, wie er das militärisch meint - als nukleare Option? Ich denke nicht, dass der US Kongress einen Angriff auf den Iran genehmigen wird. Er selbst kann das ohne Genehmigung nur dann befehlen, wenn der Iran die USA oder US Einrichtungen angreift und damit die Sicherheit der USA gefährdet. Mit dieser direkten Drohung beweist Donald Trump in meinen Augen ausschließlich seine geistige Umnachtung.
sibbi78 20.05.2019
4. Ein fanatisches Regime - wie der Iran - mit Atomwaffen ausgerüstet,
ist schon der reine Horror, besonders auch für Israel und Irans Intimfeind Saudi Arabien. Das versteht jeder US-Bürger sofort. Deshalb findet die Eskalation durch Trump und seine Administration auch soviel Aufmerksamkeit, ja auch Zustimmung im Land. Donald Trump steht das Wasser von allen Seiten bis zur Oberkante Unterlippe. Will er sich in die nächst Wahl retten, muss er Zeit schinden und vor allem ablenken. Ein Kriegsausbruch gegen die "mörderischen Terroristen" des Mullah-Regimes wäre genau das, was er dafür benötigt. Das wissen die Iraner und bereiten ihre Kämpfer bereits moralisch vor. Geradezu hektisch wird an DER Bombe gebaut. Die Welt im Nahen Osten steht kurz vor dem Untergang und Europa schaut - wie immer - nur hilflos zu...
v.papschke 20.05.2019
5. Die iranischen Revolutionsgarden
bringen da möglicherweise einiges durcheinander. Einen solchen Krieg gewinnt man am einfachsten, wenn man ihn nicht ! führt. Es sei denn, sie wollen ihren eigenen Gottesstaat selber abschaffen.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.