Kasich gegen Trump Eine kleine Blamage in Manhattan

Donald Trump hat die Vorwahlen der Republikaner in New York gewonnen. Doch ausgerechnet dort, wo er lebt und arbeitet, muss er einen Dämpfer hinnehmen: In Manhattan siegte John Kasich.

John Kasich im Wahlkampf
AFP

John Kasich im Wahlkampf


Das Foyer des New Yorker Trump Tower musste es sein, natürlich. In seinem eigenen Gebäude hielt Donald Trump nach seinem erneuten Triumph bei den Vorwahlen die Siegesrede. "Heute habt ihr bewiesen, dass es Zuhause doch am schönsten ist", rief er seinen Anhängern zu.

Das mag ganz allgemein stimmen, denn in New York holte er fast alle Wahlkreise. Doch genau dort, wo er jetzt spricht, hat er verloren. Ausgerechnet der Wahlkreis Manhattan ging nicht an ihn, sondern an den republikanischen Rivalen John Kasich . Kasich holte nach Auszählung fast aller Stimmen 45 Prozent, Trump lag mit rund 42 Prozent knapp dahinter.

Ein genauer Blick auf Manhattan zeigt: Insbesondere bei republikanischen Wählern mit hohen Einkommen - also mehr als 100.000 US-Dollar im Jahr - ist der neureiche und laute Trump unbeliebt. Hier punktete Kasich, der sich als Stimme der Vernunft in diesem aufgeregten Wahlkampf präsentiert.

Kasich ist Gouverneur von Ohio und ein moderater Konservativer. Im ganzen Bundesstaat New York schaffte er es mit 25 Prozent auf den zweiten Platz hinter Trump. Er will das nutzen, um sich künftig als Trumps wichtigster Rivale zu positionieren und den erzkonservativen Ted Cruz zu verdrängen.

Eine landesweite Umfrage unter republikanischen Wählern stützt dieses Selbstbewusstsein allerdings nicht. Anfang April landete Kasich hinter Trump und Cruz lediglich auf dem dritten Platz : Nur 20 Prozent sprachen sich für ihn als Präsidentschaftskandidaten der Partei aus.

Kasich bemühte sich bereits im Jahr 2000 kurzzeitig um die Präsidentschaftskandidatur der Republikaner , unterstützte dann aber den späteren Präsidenten George W. Bush. 17 Jahre war er bis dahin Abgeordneter im Repräsentantenhaus. Anschließend arbeitete er für die Investmentbank Lehman Brothers bis zum Kollaps des Geldhauses im September 2008. Seit Januar 2011 amtiert er als Gouverneur von Ohio.

Video: Trumps peinlicher 9/11-Patzer

REUTERS
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Ergebnisse der US-Vorwahlen

kgp



insgesamt 5 Beiträge
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worldalert11 20.04.2016
1. Wen wundert das?
In Manhatten liegen die Wall Street, viele Banken und Großkonzerne und natürlich leben dort viele reiche Wähler aus der Oberschicht. Es ist bekannt, dass die eher Kasich wählen. Wo ist jetzt die Blamage? Trump hat jetzt schon 89 der 95 Delegiertenstimmen, die in New York vergeben werden, sicher.
markus.sitzmann 20.04.2016
2. 100.000 US-Dollar in Manhattan
Also, 100.000 US-Dollar Jahresgehalt ist in Manhattan eher untere Mittelschicht mit starker Tendenz zur Unterschicht - für das Geld kann man noch nicht mal seine Kinder in die Schule schicken.
ogerebil 20.04.2016
3. Blamage?
Technisch gesehen ist es das grösstmögliche Lob, das ein Politiker in einer Demokratie ernten kann, wenn der omnipräsente Verdacht einen Dämpfer bekommt, dass ein Politiker sich in nationale Veranwortlichkeit wählen lässt, weil die Leute in seiner unmittelbaren Umgebung ihn für ein passables Instrument halten, um die Nation zugunsten der Region auszumelken.
homersimpson75 20.04.2016
4. Eigentlich kurios
Kasich hätte hervorragende Chancen, Präsident zu werden. Hillary würde er wahrscheinlich deutlich schlagen. Aber leider hat er keine Chancen, GOP-Kandidat zu werden.
#freigeist 20.04.2016
5. Na und?
Ich wette Clinton hat bestimmt 90% Prozent in Manhattan bekommen da dort die Wallstreet liegt und viele andere ihrer Geldgeber die nach der Wahl ihr gefallen einfordern dürften. Selbst wenn Trump glänzt wird er schlecht gemacht, das selbe mit Sanders, was soll denn das? Der Mann hat 60% geholt, warum versucht man ihn trotzdem als geschlagenen Mann hinzustellen?
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