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19. Juli 2015, 10:12 Uhr

Verbale Entgleisungen

Donald Trump pöbelt gegen Parteifreund McCain

US-Präsidentschaftsbewerber Trump poltert gern, nun hat er sich sogar einen Parteikollegen vorgenommen: Senator McCain sei kein Held, sagte er. Obwohl dieser im Vietnamkrieg gefangen genommen und gefoltert worden war.

Um Aufmerksamkeit zu erregen, hat US-Präsidentschaftsbewerber Donald Trump bisher wenig ausgelassen: Der Immobilien-Tycoon prahlte mit seinem Vermögen von zehn Milliarden Dollar, er polterte gegen Mexikaner und machte sich einen Song von Neil Young im Wahlkampf zu eigen. Freunde machte er sich damit nicht. Auch Senator John McCain dürfte nun nicht mehr darunter sein, ihm machte Trump nun seinen Heldenstatus streitig.

Der 69-jährige Trump ließ sich am Samstag über die Veteranenvergangenheit des republikanischen Senators aus: Für ihn sei McCain "kein Held", sagte Trump bei einer Versammlung Konservativer in Iowa. "Er ist ein Kriegsheld, weil er gefangen wurde. Ich mag Leute, die nicht gefangen wurden, okay?", sagte der Immobilien-Milliardär. Dazu muss man wissen: McCain - ein hoch dekorierter Flieger - war während des Vietnamkriegs in Gefangenschaft geraten, mehr als fünf Jahre festgehalten und gefoltert worden.

Und man muss auch wissen: Trump selbst diente nie in den US-Streitkräften. In seiner Rede sagte Trump weiter, dass Veteran McCain als Schlechtester in seiner Klasse an der Marineakademie abgeschnitten habe.

McCain reagierte nicht auf Trumps Äußerungen. Seine Tochter Meghan schrieb auf Twitter: Sie sei "entsetzt" und empört" gewesen, als sie es am Morgen gelesen habe.

Trumps Parteikollegen reagierten verärgert: Der Präsidentschaftskandidat von 2012, Mitt Romney, twitterte, der Unterschied zwischen McCain und Trump sei: "Trump hat sich selbst abgeschossen". McCains Flugzeug war in Vietnam abgeschossen worden. Der Gouverneur von Wisconsin, Scott Walker, schrieb, er werde jeden Angriff auf McCains Armeedienst und "gegen jeden, der Uniform trägt, anprangern". John McCain sei "ein amerikanischer Held".

Trump erscheint zunehmend unbelehrbar: Seine fremdenfeindlichen Äußerungen über Mexikaner wiederholte er trotz der Kritik mehrfach. Die Äußerungen veranlassten mehrere Fernsehsender dazu, ihre Zusammenarbeit mit Trump zu beenden.

Video-Überblick: Das sind die Bewerber für die nächste US-Wahl

vek/AFP/AP

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