Angriff auf "Guardian"-Reporter Trump erntet Kritik für Bemerkungen über Gewalt gegen Journalisten

"Wer einen Bodyslam machen kann, den schätze ich": Der US-Präsident hat einen Parteifreund gelobt, der einen Reporter niederschlug. Kritiker sehen darin das Bejubeln eines Verbrechens.
Donald Trump

Donald Trump

Foto: JONATHAN ERNST/ REUTERS

Journalistenorganisationen haben US-Präsident Donald Trump scharf dafür kritisiert, dass er einen Kongressabgeordneten für den gewaltsamen Übergriff auf einen Journalisten gelobt hat. Das komme dem Bejubeln eines Verbrechens durch jemanden gleich, der geschworen habe, die Gesetze zu achten, befand die "White House Correspondent's Association", eine Vereinigung von Journalisten in Washington.

Trump hatte den Abgeordneten Greg Gianforte am Vorabend bei einem Wahlkampfauftritt mit den Worten gepriesen: "Jeder Typ, der einen Bodyslam machen kann, ist jemand, den ich schätze."

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Gianforte hatte einen Journalisten des britischen "Guardian" im Mai 2017 am Hals gepackt, zu Boden geschleudert und ihn geschlagen. Ein Gericht verurteilte ihn deswegen zu Sozialstunden und einer Geldstrafe. Er zahlte zudem 50.000 US-Dollar an eine Journalistenorganisation.

Auch das Komitee zum Schutz von Journalisten (Committee to Protect Journalists) kritisierte Trumps Lob für den Abgeordneten. In einer Zeit, in der Journalisten auf der ganzen Welt getötet und eingesperrt würden, sei das ungehörig, erklärte der Geschäftsführer des Komitees, Joel Simon, auf Twitter.

Trump sagte am Freitag in Scottsdale im US-Bundesstaat Arizona, er bereue seine Aussage nicht. "Er ist ein großartiger Kerl", sagte der Präsident über Gianforte. "Ich bleibe dabei." Trump selber wird für seine verbalen Angriffe gegen Medien immer wieder kritisiert. Medien, die kritisch über ihn berichten, hat der Präsident wiederholt als "Feinde des Volkes" bezeichnet.

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mkl/dpa
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