Rechtsextreme in USA Nationalisten feiern Trump-Tweet zur Antifa

Kurz vor einem rechtsextremen Marsch in der liberalen US-Stadt Portland fabuliert Donald Trump darüber, die Antifa als Terrororganisation einzustufen. Ein Nationalist freut sich: "Alles, was wir wollten."
Handykamera und Stinkefinger: Dieser Mann versucht, einen Gegendemonstranten zu provozieren

Handykamera und Stinkefinger: Dieser Mann versucht, einen Gegendemonstranten zu provozieren

Foto: Stephanie Keith/ AFP

Es war eine der größten rechtsextremen Kundgebungen in den USA unter der Präsidentschaft Donald Trumps, begleitet von einer weitaus größeren Gegendemonstration: In Portland im US-Bundesstaat Oregon sind am Samstag rund 500 Ultranationalisten einem Aufruf der Gruppen Proud Boys und Drei-Prozent-Miliz gefolgt.

Zusätzliche Aufregung hatte Trump vor Beginn des Marsches mit einem Tweet ausgelöst. Er zweifelte an, dass Verwaltung und Sicherheitskräfte in der vom demokratischen Bürgermeister Ted Wheeler regierten Stadt in der Lage seien, Ausschreitungen zu vermeiden.

Teilnehmer des antifaschistischen Protests in Portland

Teilnehmer des antifaschistischen Protests in Portland

Foto: Stephanie Keith/ AFP

Auf die Organisatoren linker Gegenproteste ging Trump in dem Tweet direkt ein. "Es wird ernsthaft erwogen, die ANTIFA als TERROR ORGANISATION zu bezeichnen", schrieb der Staats- und Regierungschef. Antifaschisten hatte Trump, auch unter Bezugnahme auf die Szene in Portland, bereits früher verbal attackiert und als "gewalttätige, maskierte Tyrannen" bezeichnet.

Die Großstadt Portland ist ein liberales Zentrum der USA. Rechtsextreme versuchen darum schon länger, mit Kundgebungen direkte Konfrontationen mit Gegendemonstranten zu provozieren. Für die Stadt ist es daher eine besondere Herausforderung, gewalttätige Zusammenstöße zu verhindern.

Füchse, Hasen, Bulle und Schweine gegen rechts: Mit Tiermasken verkleidet kamen linke Demonstranten

Füchse, Hasen, Bulle und Schweine gegen rechts: Mit Tiermasken verkleidet kamen linke Demonstranten

Foto: MOriah Ratner/ AP/ DPA

Am Ende blieb es am Samstag größtenteils friedlich. Polizisten nahmen 13 Menschen wegen Waffenbesitzes fest, sechs Personen wurden leicht verletzt. Wie unter anderem der britische "Guardian"  und der Sender CNN  berichten, war die Stadtverwaltung damit erfolgreich, eine direkte Konfrontation von Rechtsextremen und Gegendemonstranten mit einem Großaufgebot an Sicherheitskräften zu verhindern.

So sieht es auch der Präsident: Teilnehmer auf der nationalistischen Demo mit Plakat und Trump-2020-T-Shirt

So sieht es auch der Präsident: Teilnehmer auf der nationalistischen Demo mit Plakat und Trump-2020-T-Shirt

Foto: John Rudoff/ AFP

Joe Biggs, Organisator des rechtsextremen Marsches und früher Autor der ultrarechten Webseite "Infowars", sprach nach der Veranstaltung von einem Erfolg. "Sehen Sie sich Trumps Twitter an. Er hat Portland erwähnt, er sagt, er beobachtet die Antifa. Das ist alles, was wir wollten." Die nationalistischen Organisatoren kündigten an, auch künftig ihre Märsche in Portland abzuhalten.

cht
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