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"National Doral" in Miami Trump plant nächsten G7-Gipfel in seinem Golfklub

"Wir haben nichts gefunden, was sich nur annähernd damit messen kann": US-Präsident Trump hat für den nächsten G7-Gipfel seinen eigenen Golfklub in Florida ins Spiel gebracht. Außerdem kündigte er einen Besuch in Deutschland an.

Kurz vor Abschluss des G7-Gipfels haben sich Bundeskanzlerin Angela Merkel und US-Präsident Donald Trump getroffen. Im Mittelpunkt des Gesprächs standen Handelsfragen und der Konflikt mit Iran. Überraschend war allerdings eine Aussage Trumps zum nächsten Gipfeltreffen der sieben größten Industrienationen.

Das Treffen im kommenden Jahr werde wahrscheinlich in Miami stattfinden, und zwar womöglich auf seinem Eigentum, so der US-Präsident. Auf Nachfrage erklärte er, die Anlage "National Doral" in Miami sei gut geeignet. Dabei handelt es sich um einen Trump-Golfplatz. "Wir haben nichts gefunden, was sich nur annähernd damit messen kann", so der Präsident.

"Trump National Doral" in Miami, Florida

"Trump National Doral" in Miami, Florida

Foto: Michele Eve Sandberg/ AFP

Außerdem kündigte Trump an, in Kürze Deutschland zu besuchen. Er werde "sehr bald" nach Deutschland kommen, sagte er und fügte hinzu: "Ich habe Deutsches in meinem Blut." Trumps Vorfahren kommen aus Kallstadt an der Weinstraße in Rheinland-Pfalz.

Trump war seit seinem Amtsantritt im Januar 2017 noch nicht zu einem bilateralen Besuch in Deutschland. Frankreich und Großbritannien hat er dagegen schon jeweils zwei Mal besucht. Auch nach Polen reist er nächstes Wochenende zum zweiten Mal.

In Deutschland war Trump lediglich im Juli 2017 zum G20-Gipfel in Hamburg und dann im Dezember bei einem kurzen Zwischenstopp auf dem US-Stützpunkt in Ramstein auf dem Rückweg aus dem Irak.

Produktive Unterhaltung zu Iran

Bezüglich Iran seien die Gespräche mit Trump produktiv verlaufen, sagte die Kanzlerin. Dennoch habe man noch einen langen Weg vor sich. "Der feste Wille zu sprechen, ist schon mal ein großer Fortschritt", sagte die CDU-Politikerin. Bei den Diskussionen im Kreis der Staats- und Regierungschefs habe es eine Atmosphäre gegeben, in der ausdrücklich Gespräche der Europäer mit Iran begrüßt worden seien. "Das geschieht in Koordinierung mit den Vereinigten Staaten von Amerika und das ist schon eine Menge", sagte Merkel.

Trump sagte, es habe eine große Einheit bezüglich des Irankonflikts unter den G7 gegeben. Man sei mehr oder weniger zu einer Übereinkunft gekommen. Auf eine gemeinsame Iraninitiative hatten sich die G7-Staaten am Wochenende allerdings nicht einigen können.

Im transatlantischen Handelsstreit haben Merkel und Trump versöhnlichere Töne angeschlagen. Er hoffe, keine Zölle auf deutsche Autos erwägen zu müssen, sagte Trump. Zudem hoffe er, dass er einen "guten und fairen Deal" mit der Europäischen Union abschließen könne, auch wenn die EU in dieser Beziehung ähnlich "hart" wie China sei.

Er habe das Thema Handel auch mit der Kanzlerin erörtert. Diese betonte, Europa wolle so schnell wie möglich eine Handelseinigung mit den USA und sei an tiefergehenden Gesprächen interessiert.

Auf die an Trump gerichtete Journalistenfrage, was er davon halte, dass mit der Kanzlerin demnächst die einzige Frau den G7-Klub verlasse, antwortete zunächst nicht der Präsident. Stattdessen schaltete sich Merkel selbst ein und sagte: "I'm still here", "Ich bin immer noch da".

Anmerkung der Redaktion: Wir haben präzisiert, dass es sich bei der Anlage "National Doral" nicht um Trumps privates Anwesen, sondern um einen Golfklub seines Konzerns handelt.

asc/AFP/Reuters/dpa
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