Wie Trump die Welt sieht "Die EU wurde gebildet, um uns auszunutzen"

US-Präsident Trump hat der EU in einem Interview erneut feindselige Absichten vorgeworfen: "Niemand behandelt uns schlechter." Neue Erkenntnisse gibt es zudem über den Klimawandel und Wladimir Putin.

Donald Trump
REUTERS

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In einem ausführlichen Interview mit dem US-Sender CBS hat Donald Trump seine Meinung zu zahlreichen brisanten Themen kundgetan: über eine mögliche Verstrickung Wladimir Putins in Attentate, den Klimawandel, die Russlandaffäre, Nordkorea - und über den Handelsstreit. Dabei attackierte der US-Präsident erneut die Europäische Union. Diese sei nur gebildet worden, "um uns beim Handel auszunutzen", sagte Trump. "Und das ist, was sie getan haben."

Er fügte hinzu: "Niemand behandelt uns viel schlechter als die Europäische Union." Trump und EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker hatten sich im Juli darauf geeinigt, den Handelskonflikt beilegen zu wollen. Eine konkrete Vereinbarung dazu gibt es bislang aber nicht.

CBS-Reporterin Lesley Stahl sagte in dem Interview: "Das klingt feindselig." Trump widersprach und betonte mit Blick auf die EU: "Wissen Sie, was feindselig ist? Wie sie uns behandeln." Der Präsident sagte weiter, er möge die Nato. "Aber wissen Sie was? Wir sollten nicht für fast die gesamten Kosten der Nato aufkommen, um Europa zu beschützen. Und zusätzlich nutzen sie uns beim Handel aus. Das werden sie nicht mehr tun. Sie verstehen das."

Neue Sanktionen gegen China möglich

In Bezug auf China erwäge er im Handelsstreit möglicherweise noch weitere Sanktionen. Zuvor hatte bereits Trumps Berater John Bolton ein härteres Vorgehen gegen Peking angekündigt.

Trump sagte außerdem, dass er es für "wahrscheinlich" halte, dass Kremlchef Putin in Attentate etwa durch Vergiftungen verwickelt sei. Er denke außerdem, dass sich sowohl Russland als auch China in die US-Präsidentenwahl 2016 eingemischt habe. Die Untersuchungen von US-Sonderermittler Robert Mueller bezeichnete er allerdings erneut als "unfair".

Mit Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un verstehe er sich gut. Zu Verteidigungsminister James Mattis äußerte sich Trump nur vage. Den Klimawandel hält er nun doch nicht für einen "Scherz": "Ich bestreite Klimawandel nicht", sagte der US-Präsident. "Aber er könnte sehr wohl wieder zurückgehen." Er wisse zudem nicht, ob Analysen von Wissenschaftlern zuträfen, wonach die Menschheit für die globale Erderwärmung verantwortlich sei. Auch den Forschern unterstellt Trump eine böse Absicht: "Wissenschaftler haben eine politische Agenda."

aev/dpa



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