Trumps Ex-Sicherheitsberater Bolton wirft Weißem Haus Blockade seines Twitter-Accounts vor

Im September trennte sich US-Präsident Trump von seinem Berater John Bolton. Seitdem wurde es in den sozialen Medien ruhig um den Hardliner. Nicht ganz freiwillig, wie er nun in einem Tweet behauptet.

Äußerte sich erstmals seit September wieder auf Twitter: John Bolton
Joshua Roberts/REUTERS

Äußerte sich erstmals seit September wieder auf Twitter: John Bolton


Donald Trump sieht sich mit neuen Vorwürfen konfrontiert. Dieses Mal von seinem früheren Berater John Bolton. Der erklärte nun auf Twitter, das Weiße Haus habe versucht, ihn auf Twitter mundtot zu machen. Bolton setzte am Freitag mehrere Tweets über seinen bisherigen Account ab und schrieb dort, das Weiße Haus habe ihm zuvor den Zugang zu diesem Twitter-Konto verweigert.

"Aus Angst, was ich sagen könnte?", schob er nach. Es tue ihm leid, dass er jene enttäuschen müsse, die geglaubt hätten, er sei abgetaucht, spottete er. Es sei gelungen, seinen Twitter-Account zu "befreien". Er sei froh, nun dort zurück zu sein. Es waren die ersten Tweets, seit Bolton im Streit mit US-Präsident Donald Trump aus dem Amt ausgeschieden war.

Trump hatte am 10. September völlig überraschend die Entlassung Boltons verkündet. Der Präsident begründete den Rausschmiss mit inhaltlichen Meinungsverschiedenheiten. Bolton stellte die Dinge damals anders dar und schrieb am selben Tag auf Twitter, er selbst habe dem Präsidenten seinen Rücktritt angeboten. Zwischenzeitlich hatte Bolton keinen einzigen Tweet abgesetzt.

Dementi von Trump

Auf die Frage, ob er Bolton den Zugang zu dessen Twitter-Account verweigert habe, sagte Trump in einem Telefoninterview des US-Fernsehsenders Fox News: "Natürlich nicht." Er habe ein gutes Verhältnis zu Bolton gehabt. Die beiden hätten einfach bei einigen Dingen unterschiedliche Ansichten gehabt.

In den laufenden Impeachment-Ermittlungen gegen Trump tauchte der Name Bolton bei Zeugenbefragungen immer wieder auf - und die Frage, was er von den Vorgängen in der Ukraineaffäre wusste (mehr zu der Ukraineaffäre lesen Sie hier).

Offen ist bislang, ob Bolton selbst vor dem Kongress aussagen wird. Laut einem Bericht der "New York Times" hat sein Anwalt signalisiert, dass Bolton selbst Kenntnis von "vielen wichtigen Treffen und Unterhaltungen" in der Affäre habe.

mho/dpa



insgesamt 16 Beiträge
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timi_moon 23.11.2019
1. Der Feind meines Feindes
Bei Bolton läuft man als Trump-Kritiker Gefahr, den schlaueren Rechten zu unterstützen. Soll er aussagen und dann wieder im Ruhestand verschwinden. Da kann er seine Kriegsfantasien in seinen Memoiren ausleben.
oskarchen74 23.11.2019
2. Hütte brennt
Wenn Bolton aussagt, dann brennt nicht nur die Hütte sondern das weiße Haus ist dann nur noch Schutt und Asche. Ich hoffe, es kommt soweit!
Sokrates1939 23.11.2019
3. Alternativen?
Ich weiß nichts über "twitter", aber wenn sein Weißes-Haus-Twitter-Account gesperrt war - verständlicherweise, nachdem er dort ausgeschieden war - konnte er dann nicht auf eigene Kosten einen privaten "account" einrichten lassen? Ich selbst habe übrigens ganz ohne "twitter" die verschiedensten Möglichkeiten, mich der Außenwelt mitzuteilen. Den Gedanken, ohne "twitter" mundtot zu sein, halte ich für abwegig.
Beat Adler 23.11.2019
4. Urgesteins-Repubkikaner, Falke John Bolton haut den Trump in die Pfann
Urgesteins-Repubkikaner, Falke John Bolton haut den Trump in die Pfanne. Es genuegt, wenn er via Twitter oder via TV Interview bestaetigt, dass Dr Fiona Hill die Wahrheit sagte, als sie ihn zitierte: Rudy Giuliani ist eine Handgrante, die, wenn sie explodiert, grossen Schaden anrichtet und, dass er nicht Teil eines drug deals sein will. Dr Hill sagte aus, dass sie von John Bolton beauftragt wurde, die entsprecheden Anwaelte des Nationalen Sicherheitsrates zu kontaktieren, was sie sofort auch tat, um einer Beschuldigung gegen John Bolton Teil der Selensky Erpressung zu sein, vorzubeugen. John Bolton duerfte ausserdem noch viele pikante Details ueber den Putin Pudel Trump kennen. mfG Beat
Beat Adler 23.11.2019
5. Wer haette gedacht, dass Super-Hardliner Bolton den Trump in die Wuest
Zitat von oskarchen74Wenn Bolton aussagt, dann brennt nicht nur die Hütte sondern das weiße Haus ist dann nur noch Schutt und Asche. Ich hoffe, es kommt soweit!
Wer haette gedacht, dass Super-Hardliner, der haerteste und extremste Ur-Republikaner, Kriegsgurgel John Bolton den Trump in die Wueste schickt! Wegen zu weich;-), Trump nur ein softy;-) mfG Beat
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