Republikaner in der Krise Donald Trump feuert seinen Wahlkampfchef

Es ist eine Art Notbremse: Angesichts dramatisch sinkender Umfragen und wachsender Skepsis in der Partei hat Donald Trump seinen Wahlkampfmanager entlassen.

Donald Trump
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Von , Washington


Die anhaltende Kritik an seinem Auftreten macht offenbar doch Eindruck auf Donald Trump: Der republikanische Präsidentschaftsbewerber hat am Montag seinen Wahlkampfchef Corey Lewandowski gefeuert. Lewandowski arbeite nicht mehr für die Kampagne, teilte Trumps Sprecherin mit.

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Heft 25/2016
Hillary Clinton muss die Welt vor Donald Trump bewahren

Dass der Präsidentschaftskandidat versuchen würde, seinen Wahlkampf neu aufzustellen, hatte sich in den vergangenen Tagen bereits angedeutet. Dass es seinen bislang engsten Vertrauten treffen würde, ahnte bei den Republikanern jedoch kaum jemand. Nun soll Trumps Chefberater Paul Manafort den Job offenbar übernehmen - ein Wahlkampfveteran der Republikaner, den der Milliardär vor einigen Monaten in sein Team holte.

Mit dem Schritt versucht Trump auch, seinen Gegnern den Eindruck zu vermitteln, er wolle die Weichen für den Hauptwahlkampf grundsätzlich neu stellen. Zuletzt hatten Parteifreunde ihn massiv für seine Reaktion auf das Massaker von Orlando kritisiert. Auch seine Äußerungen in Richtung eines mexikanischstämmigen Richters waren bei den Republikanern auf Entsetzen gestoßen.

Corey Lewandowski
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Corey Lewandowski

Die Irritation über Trump ist bei den Republikanern inzwischen so groß, dass manche in der Partei sogar wieder damit liebäugeln, den 70-Jährigen auf dem Parteitag im Juli durch eine Änderung der Delegiertenregeln noch zu verhindern.

Für Panik unter Republikanern sorgen nicht zuletzt die jüngsten Umfragen. Sämtliche aktuelle Erhebungen sehen Trump deutlich hinter der Demokratin Hillary Clinton. 70 Prozent der Amerikaner haben inzwischen ein negatives Bild vom New Yorker Milliardär - der höchste je gemessene Wert für ihn. In manchen Wählergruppen - etwa den Afroamerikanern und Latinos - scheint er praktisch nicht mehr verankert zu sein. Zweidrittel der Wähler halten Trump für nicht vorbereitet, um ins Weiße Haus zu ziehen.

Trump steckt seit Wochen in einem Dilemma. Seine Strategie aus dem Vorwahlkampf, mit spektakulären und teils irrationalen Vorschlägen die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen und so seine Gegner vor sich her zu treiben, scheint im Rennen gegen Hillary Clinton nicht zu funktionieren.

Doch ein Imagewechsel ist schwierig. Mit moderateren Positionen und einem braveren Auftreten könnte er Wähler der Mitte anziehen, sein Rückhalt unter seinen Fans würde aber womöglich bröckeln. Dass er nun Lewandowski feuerte, ist ein Zeichen dafür, dass er zumindest teilweise den Charakter seiner Kampagne ändern möchte. Der bisherige Wahlkampfchef stand eindeutig für einen rustikalen Kurs. Auf einer Tafel in seinem Büro stand seit Beginn der Kampagne das Motto geschrieben: "Lasst Trump Trump sein."

Trumps Dilemma und die Frage, wie der Hauptwahlkampf gegen Clinton geplant werden soll, sorgte zuletzt für verstärkte Verstimmungen im Team von Trump. Immer wieder gab es Berichte darüber, wie Lewandowski mit anderen wichtigen Beratern des Präsidentschaftskandidaten aneinander geraten sein soll. Lewandowski, der vor Trumps Kandidatur wenig Erfahrung in der nationalen amerikanischen Politik hatte, hatte sich über die Monate zu einer schillernden zentralen Figur im Zirkel des Milliardärs entwickelt. Der Kurs der Kampagne während der Vorwahlen war maßgeblich von ihm bestimmt worden.

Lewandowski galt auch als treibende Kraft hinter den Attacken Trumps auf das Establishment der Republikaner. Inzwischen aber zeigt sich, dass der Kandidat mehr als ursprünglich gedacht auf die Partei angewiesen ist. Er braucht die Infrastruktur der Republikaner und die Geldgeber. Beides erhält er nicht, wenn das Misstrauen ihm gegenüber derart groß ist wie jetzt. Die Trennung von Lewandowski könnte auch ein Versuch sein, das Verhältnis zur Partei ein Stück weit zu reparieren.

Wie schlecht das Verhältnis inzwischen ist, zeigt sich an der anhaltenden Debatte über mögliche Putsch-Pläne auf dem Parteitag in Cleveland. Die "Washington Post" berichtet von einem Zirkel einflussreicher Republikaner, die den Milliardär auf dem Treffen im Juli als Kandidat noch verhindern möchte.

Eine Idee ist, die Delegierten, die über die Vorwahlen eigentlich an Trump gebunden sind, von ihrer Pflicht zu entbinden, den 70-Jährigen wählen zu müssen. Die Abstimmung würde so zu einer Art Gewissensentscheidung gemacht, die freilich hochriskant wäre: Trump ist eindeutiger Gewinner der Vorwahlen. Jeglicher Versuch, ihn als Kandidat noch zu verhindern, könnte von den republikanischen Wählern als antidemokratischer Angriff verstanden werden und die Parteiführung weiter von ihrer Basis entfremden.

insgesamt 103 Beiträge
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Seite 1
astsaft 20.06.2016
1. Kurzsichtigkeit
Wenn Trump einen anderen Wahlkampfchef braucht, um zu merken, dass man nicht wie ein ungebildet, infantiler Irrer umher stapfen darf und jeden beleidigt, dem ist nicht mehr zu helfen...
joerg.braenner 20.06.2016
2. Bauernopfer
Soso, das Wahlkampfchef ist also schuld. Logisch. Es kann ja kaum daran liegen, dass Mr. Trumps Auftreten oder seine Aussagen irgendwas mit dem Absturz in den Umfragen zu tun haben. Es freut mich, dass zumindest einige Amerikaner erkannt zu haben scheinen, dass dieser Kandidat untragbar ist. Aber vielleicht kann der richtige Manager diese Scharte ja wieder auswetzen. Wie wäre es denn mit dem "Wahlkampfmanager" von Putin?
ackergold 20.06.2016
3.
Es ist doch wirklich nicht glaubwürdig, anzunehmen, ausgerechtet Trump hätte auch nur in einem einzigen Auftritt das gemacht, was sein Chef-Wahlkämpfer ihm vorgeschrieben hätte. Trump sagt ja selbst, er lasse sich nichts, aber auch gar nichts vorschreiben. Er braucht daher auch keinen Wahlkampfleiter, denn das macht er ja selbst.
zeichenkette 20.06.2016
4. Hmm...
Ob das bei seinen Fans gut ankommt, die ja gerade auf dieses "Ich habe die Antworten auf alle Fragen und sie sind total einfach" abfahren, muss man wirklich bezweifeln. Jetzt zu sagen, "OK, ich habe mir jetzt einen anderen Wahlkampfchef gesucht, der mir sagt, was ich tun habe, damit ihr mich mögt" ist irgendwie genau das Gegenteil von dem, was er eigentlich vermitteln möchte. Aber egal, das wird schnell vergessen sein, der Erfolg rechtfertigt schließlich alles... Aber gute Unterhaltung ist schon. Wenn es bloss nicht auch eine politische Weichenstellung ersten Ranges wäre...
swische 20.06.2016
5. alles hausgemachter Irrsinn
wenn jede x-beliebige Type mit ausreichend grosser Klappe und Geld ohne Programm antreten darf, um sich zum mächjtigsten Mann des Globus wählen zu lassen, und es dann jemand so macht, der sich ohne Fremdgelder durchfinanzieren kann und dieser Typ es dann auch noch schafft in bester demagogischer Manier die US-Amerikanischen Dumpfbacken hinter sich zu versammeln...Wer bitte will sich dann noch beschweren? Die haben doch nicht mehr alle Latten am Zaun da drüben! Eigentlich haben sie Trump(f) verdient. Einziges Geschmäckle dabei ist, dass die Vorfahren aus Kallstadt in Deutschland kommen...
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