US-Regierung Trump feuert Sicherheitsberater Bolton

John Bolton galt als einer der wichtigsten Berater von Donald Trump. Nun hat der US-Präsident ihn entlassen. In vielen Dingen habe es "starke Meinungsverschiedenheiten" gegeben, schrieb er auf Twitter.

Carlos Barria/ REUTERS

US-Präsident Donald Trump hat seinen Nationalen Sicherheitsberater John Bolton entlassen. Trump schrieb auf Twitter, er habe Bolton zum Rücktritt aufgefordert. Am Dienstagmorgen habe Bolton diesen eingereicht.

Bolton ist als außenpolitischer Hardliner bekannt. Er gilt als scharfer Kritiker von Iran, China und Nordkorea. Trump schrieb auf Twitter, er habe, wie auch viele andere in der Administration, mit Bolton "starke Meinungsverschiedenheiten" gehabt. In der kommenden Woche werde er einen neuen Sicherheitsberater berufen.

Bolton hat Trumps Darstellung zu seiner Entlassung widersprochen. Bolton schrieb am Dienstag auf Twitter, er habe am Montagabend angeboten, zurückzutreten. Trump habe daraufhin gesagt: "Lass uns morgen darüber sprechen." Trump widersprach dem, ebenfalls auf Twitter.

Bolton war Trumps dritter oberster Sicherheitsberater. Trump hat in den vergangenen Monaten mit Nordkorea und Iran mitunter um diplomatische Lösungen der Konflikte gerungen. Bolton dagegen hat sein Misstrauen gegen beide Staaten nie verheimlicht. Die "New York Times" berichtet, dass Trump sich in vertraulichen Gesprächen bereits mehrfach beklagt hat, dass Bolton zu willig sei, die USA in einen weiteren Krieg zu verwickeln. Bolton hatte nicht nur zum Präsidenten ein umstrittenes Verhältnis, sondern auch zu US-Außenminister Mike Pompeo.

Fotostrecke

29  Bilder
Prominente Abgänge der Trump-Regierung: Und raus bist du

In Großbritannien hatte Bolton bei einem Besuch im August für einen harten Brexit geworben. Sollte sich London zu einem EU-Austritt ohne Abkommen zwischen der Europäischen Union und Großbritannien entscheiden, würden die USA dies begeistert unterstützen, sagte er in London.

Im Kabinett von George W. Bush war er Staatssekretär für Rüstungskontrolle und Internationale Sicherheit, danach wurde er für kurze Zeit Uno-Botschafter der USA. Bolton wurde im April 2018 zum Nationalen Sicherheitsberater berufen. Er folgte damit auf Herbert Raymond McMaster, der als moderat galt. Michael Flynn, der erste Nationale Sicherheitsberater Trumps, war nur kurze Zeit im Amt. Er hat sich inzwischen schuldig bekannt, das FBI während der Russland-Ermittlungen belogen zu haben.

Anmerkung: In einer früheren Version des Textes hieß es, John Bolton sei auf Michael Flynn als Nationaler Sicherheitsberater gefolgt. Tatsächlich ist er der direkte Nachfolger von Herbert Raymond McMaster. Wir haben die Angabe korrigiert.

höh/Reuters

Mehr zum Thema


insgesamt 177 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
zweitakterle 10.09.2019
1. Wann....
schmeisst er sich endlich mal selbst raus??
blsthko 10.09.2019
2. Trump und Bolton uneinig?
Bolton war mit Sicherheit einer der schlimmsten Kriegstreiber im Weißen Haus. Uneinig können die beiden doch höchstens bezüglich der Einladung der Taliban nach Camp David gewesen sein.
kodu 10.09.2019
3. Die Meldung des Tages
Bolton wird sicher nicht gefeuert worden sein, weil er zu rücksichtsvoll mit den globalen Partnern und potenziellen Konkurrenten der USA umgegangen ist. Eher dürfte das Gegenteil der Fall sein. Bin gespannt auf seriöse und professionelle Analysen.
Ökofred 10.09.2019
4. haha
Das ist einfach unglaublich! Aber vielleicht ganz praktisch für die Welt, dass Trump nur Loyalität als einzige Qualifikation akzeptiert. Ohne Bolton wird die Welt zumindest sicherer. Ob man noch erfährt, worin der Dissens bestand?
MMK59 10.09.2019
5. The apprentice, Staffel?
"You're fired!" Wenn es nicht so ernst wäre! Ein Trauerspiel
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.