Ukraineaffäre Trump fordert Enttarnung des Informanten

Ein anonymer Informant hat die Ermittlungen gegen US-Präsident Donald Trump ins Rollen gebracht. Der verlangt nun zu wissen, um wen es sich handelt - schließlich habe der Hinweisgeber die ganze Sache "sooo falsch verstanden".

Manuel Balce Ceneta/AP

Der US-Präsident gerät in der Ukraineaffäre zunehmend unter Druck, ein Amtsenthebungsverfahren rückt näher. Um das abzuwenden, stellt Trump die Glaubwürdigkeit des Hinweisgebers immer wieder infrage - und fordert nun erneut dessen Enttarnung.

"Der Whistleblower hat es sooo falsch verstanden, dass er sich zu erkennen geben muss", schrieb Trump am Sonntag auf Twitter. Später sagte er vor Reportern, es gebe Medienberichte, wonach der Hinweisgeber ein Anhänger seines Amtsvorgängers Barack Obama sei.

Der Hinweisgeber sei ein "großer, großer Anti-Trump-Mensch", der ihn hasse. Trump ergänzte zugleich, dass er nicht wisse, ob entsprechende Berichte konservativer Medien zur Identität des Informanten richtig seien oder nicht. Er bezeichnete die Untersuchung zu einem möglichen Amtsenthebungsverfahren gegen ihn als "Betrug". Diese wurde im Zuge der Ukraineaffäre eingeleitet.

Informant soll CIA-Mitarbeiter sein

Der Informant genießt im konkreten Fall Schutz durch die US-Gesetze. Der "New York Times" zufolge handelt es sich um einen Mitarbeiter des Geheimdienstes CIA. Er hatte im August die Affäre um ein Telefonat zwischen Trump und seinem ukrainischen Kollegen Wolodymyr Selenskyj ins Rollen gebracht. Bei dem Telefonat hatte der US-Präsident seinen ukrainischen Kollegen um Ermittlungen gegen den demokratischen Präsidentschaftsbewerber Joe Biden und dessen Sohn Hunter gebeten.

Die oppositionellen Demokraten sehen darin einen klaren Machtmissbrauch Trumps und haben eine Untersuchung für ein Amtsenthebungsverfahren eingeleitet. Rund ein Dutzend Zeugen aus dem Regierungsapparat sagten bereits hinter verschlossenen Türen vor dem Repräsentantenhaus aus, darunter hochrangige Diplomaten sowie Berater im Weißen Haus. Demnächst stehen öffentliche Befragungen an. Auch Trumps Republikaner haben das Recht, eigene Zeugen vorzuladen.

asc/AFP

insgesamt 42 Beiträge
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citi2010 04.11.2019
1. Der Verbrecher...
... der bereits gestanden hat will so tun, als ob es um den Whistenblower und nicht um die Tat geht. The President is toxic.
taglöhner 04.11.2019
2. Analog Duplex
Für wie doof hält er seine Fans frage ich mich da. Die gehen auch ins Kino. Raus mit den "Tapes", dann gibt es kein falsch Verstehen mehr.
claus7447 04.11.2019
3. Nun - es geht Donny und seiner miesen Truppe..
.. nur den Zeugen rechtzeitig zu diskreditieren und in seiner Vergangenheit zu wühlen um irgendeinen schwarzen kleinen Fleck zu finden. Die übliche Masche!
hasselblad 04.11.2019
4.
Ein "Anti-Trumper" zu sein, der ihn hasst, ist im Grunde das größte Kompliment, das Trumpletweet jemandem, der an die liberale Demokratie glaubt, machen kann. Dass es überhaupt "Trumper" gibt, die den quartalsirren Horrorclown nicht hassen, ist ein relatives Armutszeugnis für die Menschheit als vernunftbegabte Spezies und demonstriert eindrucksvoll, dass das gefährliche Konzept der kollektiven Dummheit einer aufgehetzten, hirngewaschenen Masse selbst in einem aufgeklärten Land im 21. Jahrhundert immer noch greift.
draco20007 04.11.2019
5.
Es gibt ein Gesetz zum Schutz von Whistleblowern...Trump agiert also (mal wieder) gegen das Gesetz. Würde schon reichen für ein Impeachment, vorausgesetzt, die Republikaner würden ihren Anstand wiederfinden. Also ausgeschlossen...
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