Papier zur Einwanderung Trump will Mexiko für Grenzmauer zahlen lassen

Immer wieder beleidigt Präsidentschaftsbewerber Donald Trump Mexikaner - jetzt legt er in einem Thesenpapier zur Einwanderung nach. Er fordert eine Mauer an der US-Grenze, bezahlen soll  Mexiko.
Milliardär Trump: "Mexiko muss für die Mauer zahlen"

Milliardär Trump: "Mexiko muss für die Mauer zahlen"

Foto: WIN MCNAMEE/ AFP

Entschuldigen? Doch nicht ein Donald Trump. Der Immobilienhai provoziert immer wieder mit Parolen gegen Mexiko, verunglimpft die Menschen dort pauschal, indem er sagt: "Sie bringen Drogen, sie bringen Kriminalität, sie sind Vergewaltiger." Trotz heftiger Kritik in den USA und Lateinamerika macht der republikanische US-Präsidentschaftsbewerber weiter mit seinem Mexiko-Bashing.

Jetzt legt Trump nach: Er veröffentlichte auf seiner Homepage ein Positionspapier zur Immigration . Darin fordert der Milliardär nicht nur eine Mauer an der US-amerikanisch-mexikanischen Grenze, wie er dies in den vergangenen Wochen wiederholt getan hat. Er verlangt auch: "Mexiko muss für die Mauer zahlen." Und bis der Nachbarstaat dies tue, sollten die USA Maßnahmen gegen Mexiko ergreifen. Unter anderem schlägt Trump höhere Gebühren für Visa für Vorstandsmitglieder von Unternehmen und Diplomaten aus Mexiko sowie für die US-Grenzübergangskarten vor, die etwa eine Million Mexikaner jedes Jahr nutzen würden. Trump rechtfertigt dies mit den hohen Kosten, die Mexikaner in den USA verursachten: durch illegale Einwanderung, Kriminalität, Drogen.

An der US-Südgrenze zu Mexiko steht ein mehrere Hundert Meilen langer Zaun, er wird von Tausenden Beamten der Grenztruppe bewacht. Der Ausbau der Überwachung ist eine Forderung, die nicht nur Trump aufstellt. Sie ist im Lager der Republikaner durchaus konsensfähig. Allerdings gibt es unterschiedliche Auffassungen darüber, wie mit illegalen Einwanderern umgegangen werden soll.

Trump verlangt in seinem Thesenpapier, dass die bisherige automatische Staatsbürgerschaft für in den USA geborene Kinder illegaler Immigranten abgeschafft werden soll. Dieses Staatsbürgerschaftsrecht sei "der größte Magnet für illegale Einwanderung", kritisierte der 69-Jährige in einem Interview mit dem Sender NBC am Sonntag.

Der Unternehmer forderte zudem, dass illegale Immigranten "gehen müssen". Dafür werde er im Fall seiner Wahl zum Präsidenten sorgen. Familien würden nicht auseinandergerissen, "aber sie müssen gehen". In den USA leben schätzungsweise elf Millionen Ausländer ohne Papiere. Der Republikaner ging allerdings nicht ins Detail, er machte keine Angaben dazu, was mit Einwanderern geschehen solle, die nicht in ihre Heimat zurückkehren können. "Wir werden mit ihnen arbeiten", sagte Trump pauschal.

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"Ich liebe dieses Land, und ich möchte es wieder groß machen", betonte der Milliardär. Er bemühte damit wieder einmal seine Dritte-Welt-Rhetorik, nach der es den USA schlechte gehe und nur er, Donald Trump, dem Land zu alter Größe verhelfen könne. Trump sagte: "Und es (die USA - d. Red.) wird nicht groß werden, wenn wir auf diese Art weitermachen, wir werden Dritte Welt werden. Wahrscheinlich sind wir das schon."

Trump führt laut Umfragen derzeit das 17-köpfige republikanische Bewerberfeld für die Wahl 2016 an. Mit seiner Position zur Immigration steht er rechts von den meisten seiner innerparteilichen Konkurrenten.

Die meisten illegalen Einwanderer in den USA stammen aus Mexiko. Von den Latinos, der größten Minderheit in den USA, haben die meisten mexikanische Wurzeln. Beim Rennen um das Weiße Haus spielen Wähler mit lateinamerikanischen Wurzeln eine entscheidende Rolle.

Trump stammt selbst aus einer Einwandererfamilie: Seine Großeltern väterlicherseits kamen aus Deutschland in die USA.

heb/AFP
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