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21. Juli 2015, 02:29 Uhr

Umfrage unter US-Republikanern

Trump führt im Rennen um die Präsidentschaftskandidatur

Mit seinen verbalen Entgleisungen dominiert Donald Trump den Vorwahlkampf der Republikaner. Offenbar mit Erfolg: Eine aktuelle Umfrage gibt dem Milliardär einen klaren Vorsprung vor seinen Mitbewerbern um die US-Präsidentschaftskandidatur.

Lange wirkte Donald Trumps Bewerbung um die Präsidentschaftskandidatur bei den US-Republikanern nur wie ein weiterer PR-Coup. Der exzentrische Milliardär liebt das Scheinwerferlicht, der Vorwahlkampf schien da nur eine neue große Bühne für den geltungssüchtigen Immobilientycoon zu sein, den im politischen Establishment kaum jemand ernst nahm.

Und Trump enttäuschte die Erwartungen nicht: Er diffamierte mexikanische Einwanderer pauschal als Vergewaltiger und Schmarotzer, prahlte mit seinem Vermögen von angeblich zehn Milliarden Dollar, und zuletzt beleidigte er auch noch seinen republikanischen Parteifreund John McCain, der über die politischen Lager hinweg als Kriegsheld großes Ansehen genießt.

Kurzum: Der Außenseiter dominiert die Schlagzeilen, seine Konkurrenten sind derzeit nur Statisten in der großen Donald-Trump-Show. Und das zeigt beim Wähler offenbar Wirkung. Eine aktuelle Umfrage unter Anhängern der Republikaner im Auftrag von "Washington Post" und ABC News sieht Trump plötzlich als klaren Spitzenreiter im Rennen um die Kandidatur.

Bei der Umfrage, die zwischen dem 16. und 19. Juli durchgeführt wurde, erklärten 24 Prozent der Befragten Trump zu ihrem Favoriten. Der Gouverneur von Wisconsin, Scott Walker, landet mit 13 Prozent abgeschlagen auf Platz zwei, einen Prozentpunkt vor dem Ex-Gouverneur von Florida, Jeb Bush. Alle anderen Bewerber erreichen höchstens acht Prozent.

Die Demoskopen räumen ein, dass die Zahl der Befragten mit 341 sehr klein war und die Fehlertoleranz deshalb bei 6,5 Prozentpunkten liegt. Trotzdem dürfte die Umfrage Trumps Kampagne neuen Schwung geben.

Auch in einer Umfrage der Manmouth University unter Republikanern in Iowa steht Trump ziemlich gut da. Dort landete er mit 13 Prozent auf dem zweiten Platz hinter Walker. Iowa ist deshalb besonders wichtig, weil dort im Januar 2016 die Vorwahlen beginnen.

Doch Dampfplauderer Trump läuft Gefahr, es bis dahin mit seinen Ausfällen zu übertreiben. Schon seine abfällige Äußerung über McCain ("Er ist ein Kriegsheld, weil er gefangen wurde. Ich mag Leute, die nicht gefangen wurden, okay?") hat ihm offenbar geschadet. Während Trumps Zustimmungswerte an den ersten drei Tagen der Umfrage bei 28 Prozent lagen, fielen sie am Sonntag, nach Bekanntwerden seiner Tirade, in den einstelligen Bereich.

Bislang hat es Trump abgelehnt, sich für seine Bemerkung bei McCain zu entschuldigen. Der Senator aus Arizona hat sich inzwischen erstmals indirekt zu der Bemerkung geäußert. McCain sagte: "Ich denke, er schuldet den Familien derer eine Entschuldigung, die sich im Krieg geopfert haben, und denen, die im Dienst für unser Land gefangen genommen wurden."

Video-Überblick: Das sind die Bewerber für die nächste US-Wahl

syd

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