Umfrage unter US-Republikanern Trump führt im Rennen um die Präsidentschaftskandidatur

Mit seinen verbalen Entgleisungen dominiert Donald Trump den Vorwahlkampf der Republikaner. Offenbar mit Erfolg: Eine aktuelle Umfrage gibt dem Milliardär einen klaren Vorsprung vor seinen Mitbewerbern um die US-Präsidentschaftskandidatur.

Präsidentschaftsbewerber Trump: Klarer Spitzenreiter bei den Republikanern
AP/dpa

Präsidentschaftsbewerber Trump: Klarer Spitzenreiter bei den Republikanern


Lange wirkte Donald Trumps Bewerbung um die Präsidentschaftskandidatur bei den US-Republikanern nur wie ein weiterer PR-Coup. Der exzentrische Milliardär liebt das Scheinwerferlicht, der Vorwahlkampf schien da nur eine neue große Bühne für den geltungssüchtigen Immobilientycoon zu sein, den im politischen Establishment kaum jemand ernst nahm.

Und Trump enttäuschte die Erwartungen nicht: Er diffamierte mexikanische Einwanderer pauschal als Vergewaltiger und Schmarotzer, prahlte mit seinem Vermögen von angeblich zehn Milliarden Dollar, und zuletzt beleidigte er auch noch seinen republikanischen Parteifreund John McCain, der über die politischen Lager hinweg als Kriegsheld großes Ansehen genießt.

Kurzum: Der Außenseiter dominiert die Schlagzeilen, seine Konkurrenten sind derzeit nur Statisten in der großen Donald-Trump-Show. Und das zeigt beim Wähler offenbar Wirkung. Eine aktuelle Umfrage unter Anhängern der Republikaner im Auftrag von "Washington Post" und ABC News sieht Trump plötzlich als klaren Spitzenreiter im Rennen um die Kandidatur.

Bei der Umfrage, die zwischen dem 16. und 19. Juli durchgeführt wurde, erklärten 24 Prozent der Befragten Trump zu ihrem Favoriten. Der Gouverneur von Wisconsin, Scott Walker, landet mit 13 Prozent abgeschlagen auf Platz zwei, einen Prozentpunkt vor dem Ex-Gouverneur von Florida, Jeb Bush. Alle anderen Bewerber erreichen höchstens acht Prozent.

Die Demoskopen räumen ein, dass die Zahl der Befragten mit 341 sehr klein war und die Fehlertoleranz deshalb bei 6,5 Prozentpunkten liegt. Trotzdem dürfte die Umfrage Trumps Kampagne neuen Schwung geben.

Auch in einer Umfrage der Manmouth University unter Republikanern in Iowa steht Trump ziemlich gut da. Dort landete er mit 13 Prozent auf dem zweiten Platz hinter Walker. Iowa ist deshalb besonders wichtig, weil dort im Januar 2016 die Vorwahlen beginnen.

Doch Dampfplauderer Trump läuft Gefahr, es bis dahin mit seinen Ausfällen zu übertreiben. Schon seine abfällige Äußerung über McCain ("Er ist ein Kriegsheld, weil er gefangen wurde. Ich mag Leute, die nicht gefangen wurden, okay?") hat ihm offenbar geschadet. Während Trumps Zustimmungswerte an den ersten drei Tagen der Umfrage bei 28 Prozent lagen, fielen sie am Sonntag, nach Bekanntwerden seiner Tirade, in den einstelligen Bereich.

Bislang hat es Trump abgelehnt, sich für seine Bemerkung bei McCain zu entschuldigen. Der Senator aus Arizona hat sich inzwischen erstmals indirekt zu der Bemerkung geäußert. McCain sagte: "Ich denke, er schuldet den Familien derer eine Entschuldigung, die sich im Krieg geopfert haben, und denen, die im Dienst für unser Land gefangen genommen wurden."

Video-Überblick: Das sind die Bewerber für die nächste US-Wahl

syd

insgesamt 106 Beiträge
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NewYork76 21.07.2015
1. Wow
Also wenn Trump das beste ist was die Republikaner ins rennen schicken koennen, dann gratuliere ich schon mal Hillary als erste Praesidentin der Vereinigten Staaten... Aber diese Umfrage ist wohl so representativ wie eine Stammtischrunde.
pirx64 21.07.2015
2. das
Das so ein Schwätzer überhaupt Stimmen bekommt, ist schlimm genug. Aber das er auch noch große Chancen haben soll, das ist peinlich
wanniii 21.07.2015
3. Traurig,
wenn man in einem zerrissenen Land anscheinend als Präsidentschaftskandidat nur mit Diffamierungen, Pauschalisierungen und Beleidigungen punkten kann. Ich kann mich noch erinnern, wie in den 50ern Amerika ein Land der unendlichen Möglichkeiten und Freiheiten war, während heute nur noch Gewalt, Rassismus und Arroganz vorherrschen. Traurig aber wahr...
surfatilla 21.07.2015
4. Ärgerlich
Lieber Spiegel, der Inhalt ihrer heutigen Top-Story basiert auf einer Umfrage unter 341 Menschen. Eine Summe, die wissenschaftlich als viel zu gering gilt um eine valide Aussage zu machen. Und dann muss man auch noch den gesamten Artikel lesen, um herauszufinden, dass all das, was man gelesen hat, eigentlich völlig fragwürdig ist. Ich fühle mich gerade veräppelt.
pottey123 21.07.2015
5. Bitte kein zweiter Bush!
Ich glaube nicht das der geeignet istm erstens Republikaner und zweitens ist sein Auftereten in der Öffentlichkeit schon sehr fraglich.. Ich hoffe das Hillary Clinton das Rennen macht.
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