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Trumps Triumph "Unsere Visionen werden groß und mutig sein"

Kurz nachdem sein Wahlsieg feststeht, tritt Trump in New York vor seine Anhänger - und gibt sich versöhnlich. Die Vereinigten Staaten müssten nun zusammenstehen, um "den amerikanischen Traum zu erneuern".

Donald Trump wird der 45. Präsident der USA und ist damit der überraschende Sieger des Wahlabends. In seiner Rede vor Anhängern zeigte sich der Republikaner glücklich und - nach einem harten und kontrovers geführten Wahlkampf - auch versöhnlich.

Er appellierte an alle Amerikaner, nun zusammenkommen: "Jetzt ist es Zeit, die Wunden der Teilung zu überwinden und Amerika wieder zu einen." Er wolle "Präsident aller Amerikaner sein", sagte Trump.

Selbst für die unterlegene Demokratin Hillary Clinton fand er freundliche Worte, nachdem er sie im Wahlkampf wiederholt mit Beleidigungen attackiert hatte. Das Land solle ihr "dankbar" sein, sie habe wichtige Leistungen erbracht.

Trump skizzierte erste Pläne für seine Amtszeit. Er wolle die Infrastruktur aufbauen und die Wirtschaft wieder ankurbeln. Dabei wandte er sich auch an jene weißen Amerikaner, die sich abgehängt fühlen und die wohl zum großen Teil Trump gewählt haben: "Die Vergessenen werden nicht mehr vergessen sein."

"Wir wollen den amerikanischen Traum erneuern", so Trump, "unser Land hat ein riesiges Potenzial." Jeder Amerikaner solle seine Chancen nutzen. "Unsere Visionen werden groß und mutig sein", so Trump unter dem Jubel seiner Anhänger.

Auch außenpolitisch ging Trump nicht auf Konfrontationskurs. "Ich will der Weltgemeinschaft sagen, dass wir - auch wenn Amerikas Interessen an erster Stelle stehen - Partnerschaft und keine Konflikte wollen."

Clinton verzichtet auf Auftritt nach Niederlage

Clinton äußerte sich nach der Niederlage nicht öffentlich. Ihre Wahlparty wurde abgesagt, enttäuschte Demokraten weinten und lagen sich in den Armen. Die Demokratin will offenbar am Mittwochmorgen amerikanischer Zeit zu ihren Anhängern sprechen.

Wahlberechtigt waren etwa 219 Millionen Menschen. Trump schnitt vor allem bei älteren Wählern gut ab, besonders stark war er in der größten Wählergruppe der 50- bis 64-Jährigen. Clinton punktete zwar wie erwartet bei den Frauen, allerdings nicht so deutlich, wie ihr Lager gehofft hatte. Einen Überblick über die Zusammensetzung der Wähler finden Sie hier.

In den USA wird der Präsident indirekt vom Volk gewählt, die Bürger wählen in den einzelnen Bundesstaaten Wahlleute. Deren Zahl richtet sich nach der Bevölkerungsgröße eines jeden Staates. Die Wahlleute geben gut einen Monat nach dem Wahltag ihre Stimme ab, in diesem Jahr am 19. Dezember.

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