US-Vorwahlen Trump und Clinton gewinnen Vorwahlen in New York

Donald Trump ist der große Gewinner der Vorwahlen in New York bei den Republikanern. Bei den Demokraten setzte sich Hillary Clinton gegen Bernie Sanders durch.

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Donald Trump hat im Rennen um die Präsidentschaftskandidatur die Vorwahl im Bundesstaat New York mit gewaltigem Vorsprung gewonnen. 60,5 Prozent holte der Anwärter der Republikaner. Schon kurz nach Schließung der Wahllokale stellte sich Trump seinen Anhängern. Begleitet von seiner Frau Melania rief er ihnen zu: "Wir lieben New York, wir lieben New York!" Der Sieg in seiner Heimat sei von besonderer Bedeutung für ihn, sagte Donald Trump .

Trump war in den vergangenen Wochen zunehmend unter Druck geraten - durch umstrittene Äußerungen, durch Schlappen bei Vorwahlen und durch verstärkte Bemühungen des republikanischen Parteiestablishments, seine Kandidatur zu verhindern.

In seiner Siegesrede verwies Trump auf seinen schärfsten Konkurrenten Ted Cruz. Dieser habe jetzt mathematisch keine Chance mehr, ausreichend Delegierte zu sammeln, um ihm die Nominierung streitig zu machen.

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Trump und Clinton bei Vorwahlen: New York, New York

In New York konnte Cruz nicht punkten. Er findet seine Anhänger vor allem im christlich-konservativen Milieu, das in New York weniger vertreten ist als etwa in den Südstaaten. Der Gouverneur von Ohio, John Kasich, landete laut CNN bei rund 24 Prozent, der erzkonservative Senator Ted Cruz bei 14,5 Prozent.

Hillary Clinton mit Ehemann Bill
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Hillary Clinton mit Ehemann Bill

Bei den Demokraten sah das Rennen zwischen Hillary Clinton und ihrem Mitbewerber Bernie Sanders zunächst weniger eindeutig aus. Die US-TV-Sender CNN, MSNBC und Fox erklärten Clinton 40 Minuten nach Schließung der Wahllokale zur Siegerin. Befragungen der Wähler hatten einen engen Ausgang prognostiziert, am Ende setzte sich Clinton dann mit 57,9 Prozent aber doch klar durch.

In ihrer Siegesrede sagte Clinton: "Heute habt ihr wieder beweisen: 'There is no place like home.'" Sie habe mit ihren Helfern überall in den USA Siege eingefahren, "aber keiner ist wie dieser, dieser ist persönlich".

Clinton war acht Jahre lang Senatorin für den Bundesstaat. Sie hatte ihre eigene Karriere angestrengt, als ihr Mann Bill Clinton noch US-Präsident und wegen der Lewinsky-Affäre einem Amtsenthebungsverfahren ausgesetzt war. Im Jahr 2000 wurde sie als Senatorin vereidigt.

Mit Blick auf ihren Konkurrenten Bernie Sanders sagte Clinton bei ihrer Rede in New York: "Das Rennen für die demokratische Präsidentschaftskandidatur ist auf der Zielgeraden. Und der Sieg ist in Sicht." Clinton war Sanders in sieben der vergangenen acht Vorwahlen unterlegen. Mit diesem Sieg kann Sanders sie kaum noch einholen.

Wahlberechtigt in New York waren bei den Demokraten 5,8 Millionen registrierte Wähler und bei den Republikanern 2,7 Millionen.

Ergebnisse der US-Vorwahlen

jul/dpa



insgesamt 59 Beiträge
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worldalert11 20.04.2016
1. Was meldet CNN denn da?
33% ausgezählt, 60% der Stimmen für Clinton, 40% für Sanders, knapp sieht anders aus.
olivervöl 20.04.2016
2. Wählerunterdrückung?
Es gibt zahlreiche Berichte von Wählern, denen die Stimmabgabe verweigert wurde. Die Öffnung der Wahllokale wurde in den meisten Bezirken von 6-21h auf nur 12-21h halbiert. http://www.thenation.com/article/three-million-registered-voters-wont-be-able-to-vote-in-new-yorks-primary/
worldalert11 20.04.2016
3. Trump holt über 60% der Stimmen
Trump holt über 60% der Stimmen in New York, das ist nicht schlecht für jemanden, der von allen Seiten angegriffen wird und zwei Gegenkandidaten hat. Vorher hieß es noch, er würde keine 45-50 % schaffen.
aurichter 20.04.2016
4. Es geschied
sicher vielen USBürgern Unrecht, allerdings glaube ich zunehmend nach jedem Bundesstaat, das die Bürger dieses Landes in völlig anderen Bahnen denken und handeln. Diese Menschen gehen sehr zahlreich davon aus, das die Vereinigten Staaten ein eigenständiger Planet ist und völlig losgelöst wie ein Imperium regieren kann mit einem kapitalistisch überdrehten, republikanischen Präsidenten, so zumindest die erzkonservativen, geldorientierten Gruppierungen. Es gab schon zu Reagan Zeiten viele Menschen, die tatsächlich am Verstand von Wählern gezweifelt haben, aber was dort aktuell mit den Republikanern abgeht, das sprengt jeden Rahmen. Das es von Zeit zu Zeit, siehe Tea-Party, sehr eigenartige Individuen auf der politischen Bühne gibt, hat der Objektive Beobachter ja mittlerweile akzeptiert, stellt also absolut keine Überraschung mehr dar. Was jedoch nun dort vonstatten geht, ist an Kuriosität, an Lächerlichkeiten, an Blauäugigkeit, an Dummheit vermutlich nicht mehr zu überbieten. Ich habe den vorherigen Republikaner G.W.B. schon während seiner künstlich verlängerten Amtszeit als Schreckenskrönung empfunden, doch dieser Immobilienfuzzi macht mir höllische Angst ! Der Mann ist so dämlich, der merkt doch nicht einmal, wenn die anderen "Planeten" neben dem "Planet God owns Country" durch seine Fehler explodieren ! Bei dem Mann sollte vor der endgültigen Kandidatur unbedingt ein Intelligenztest nach Pisa-Standard o.ä. durchgeführt werden. Ich glaube ja, daß der Mann sich mit Immobilienschiebereien zum Zwecke der Bereicherung auskennt, alles Andere an dem Kandidaten darf jedoch bezweifelt werden. Ich bin Atheist, aber in dem Fall mache ich eine Ausnahme und bete zu Gott, daß dieser Mann durch eine wundersame Fügung noch in die Schranken gewiesen wird. Allerdings ist diese Hoffnung in Anbetracht der Denkweise vieler USWähler wohl sehr gering.
jojack 20.04.2016
5. Konsequenzen
Ich bin zwar wahrlich kein Fan von Hillary Clinton. Aber klar ist: will Sanders die Chancen der Demokraten auf einen Sieg bei den Präsidentschaftswahlen nicht schmälern, dann muss er sich jetzt aus dem Rennen zurückziehen. Bei den Republikanern ist das zwar eigentlich ebenso, nur hat Trump seine Widersacher wohl zu sehr durch den Kakao gezogen, als dass diese sich auch bei nur minimalen Chancen freiwillig zurückziehen. Insofern muss er es wohl bis zum bitteren Ende durchziehen. Klar ist zumindest geworden, dass ein Ted Cruz nur für eine kleine Minderheit wählbar ist.
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