Trump und der Klimawandel Hilfe, mein Golfplatz bröckelt!

Klimawandel? Ein Schwindel, den sich die Chinesen ausgedacht haben. So äußerte sich Donald Trump bisher. Doch nun hat der US-Republikaner seine Meinung geändert - weil er um einen Golfplatz bangt.

Donald Trump (Archivbild)
DPA

Donald Trump (Archivbild)


Es gibt weniges, worauf man sich bei US-Präsidentschaftsbewerber Donald Trump verlassen kann. Darauf allerdings schon: Sobald es in seiner Heimatstadt New York schneit oder auch nur die Temperaturen absacken, twittert er gegen die angebliche Klimawandel-Verschwörung. "Es ist sehr kalt draußen. Jetzt könnten wir wirklich eine Dosis dieser globalen Erwärmung gebrauchen!", ist etwa eines seiner Wetter-Statements.

Seit Jahren leugnet der Republikaner den Klimawandel. Er nennt ihn einen Schwindel, Mythos, nicht existent. Ausgedacht hätten sich das die Chinesen, um die US-Wirtschaft zu schädigen. Das schrieb Trump mehrfach, als er noch hauptberuflich als Immobilienmogul und Reality-TV-Star firmierte. Im Wahlkampf nahm er zumindest die China-These in einem Interview mit dem US-Sender Fox wieder zurück - das sei ein "offensichtlicher Scherz" gewesen. Er verstehe "sehr viel" vom Klimawandel und habe schon mehrere Umweltpreise gewonnen.

Hier noch eine kleine Auswahl seiner Klimawandel-Äußerungen:

So viel also zur Vorgeschichte. Denn nun soll doch alles anders sein, die Wissenschaftler sollen offenbar doch nicht im Dunkeln tappen. Wie das US-Politblog "Politico" berichtet, hat eine Firma Trumps beantragt, einen Schutzwall um seinen Golfplatz in Irland zu errichten - um diesen vor dem Klimawandel und dessen Folgen zu schützen.

Trump hatte den Golfplatz, der direkt an der Küste liegt, vor etwa zwei Jahren gekauft und Investitionen von 45 Millionen Dollar versprochen. Kurz darauf ließ ein Sturm mehr als acht Meter des Platzes entlang der Küstenseite erodieren, schreibt "Politico". Nun versuche Trump die Genehmigung für einen Schutzwall zu bekommen.

Konkret geht es um eine drei Kilometer lange Mauer aus mehr als 200.000 Tonnen Stein, die entlang der Küstenseite des Golfplatzes errichtet werden soll. Dem Bericht zufolge wird in dem Antrag explizit auf die Erderwärmung verwiesen. Dadurch sei in der Zukunft häufiger mit Erosionen zu rechnen, außerdem lasse der Klimawandel den Meeresspiegel ansteigen, ist die Argumentation darin.

Noch hat weder Trump noch sein Büro eine Stellungnahme zu dem "Politico"-Artikel veröffentlicht.

Die Hintergründe der Erderwärmung

vks



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