Nach Rassismusvorwurf Trump attackiert Bürgerrechtsaktivisten

Die Kritik an Donald Trump für seine Tiraden gegen die Stadt Baltimore bricht nicht ab. Der US-Präsident reagierte nun auf die Vorwürfe - und beleidigte einen afroamerikanischen Pastor und Bürgerrechtler.
Donald Trump

Donald Trump

Foto: CARLOS BARRIA/ REUTERS

Nach seinen herablassenden Äußerungen über einen vorwiegend von Afroamerikanern bewohnten Wahlkreis in Baltimore legte der US-Präsident Donald Trump nun erneut bei Twitter nach und beleidigte einen afroamerikanischen Bürgerrechtsaktivisten. Seine neuen Angriffe richteten sich gegen den Pastor Al Sharpton, den Trump als "Betrüger" und "Unruhestifter" bezeichnete: "Er hasst Weiße und Polizisten."

Sharpton hatte am Sonntag erklärt, er sei unterwegs in das zuvor von Trump gescholtene Baltimore. Damit zog er sich offenbar den Ärger des Präsidenten zu. "Als nächstes wird Pastor Al auftauchen, um sich zu beklagen und zu protestieren", twitterte Trump. "Nichts wird für die Bedürftigen getan. Traurig!"

Sharpton reagierte wenig später auf die Tweets des Präsidenten. "Trump sagt, ich sei ein Unruhestifter und Betrüger. ... Wenn er wirklich dächte, ich wäre ein Betrüger, dann würde er mich in seine Regierung holen", twitterte Sharpton.

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Trump hatte am Wochenende mit einer Reihe von Tweets erneut Rassismusvorwürfe auf sich gezogen. Er beschimpfte den afroamerikanischen Abgeordneten Elijah Cummings als "brutalen Tyrannen" und beschrieb dessen Wahlkreis in Baltimore als "widerliches, von Ratten und Nagern befallenes Drecksloch".

Video: Trumps Baltimore-Bashing - Rassismus mit System

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Mobilisierung für den Wahlkampf

Auf Kritik und Rassismusvorwürfe reagierte der US-Präsident am Sonntag dann mit einer weiteren Twitter-Tirade. Dabei bezeichnete er Cummings als "Rassisten". (Lesen Sie hier eine ausführliche Analyse dazu.)

Die historische Hafenstadt Baltimore mit rund 600.000 Einwohnern hat sowohl wohlhabende Stadtteile als auch Problemviertel. Mehr als 60 Prozent der Bevölkerung sind Afroamerikaner, in Cummings' Wahlbezirk sind es gut 50 Prozent.

Der US-Präsident hatte bereits vor Kurzem mit rassistischen Äußerungen über mehrere demokratische Politikerinnen einen Sturm der Entrüstung ausgelöst. Beobachter gehen davon aus, dass Trump mit den gezielten Angriffen seine mehrheitlich weiße Anhängerschaft für den kommenden Präsidentschaftswahlkampf mobilisieren will.

tin/AFP