US-Elite-Studenten Harvard-Republikaner wenden sich gegen Trump

"Donald Trump gefährdet die Zukunft der Vereinigten Staaten": Die republikanischen Studenten der Elite-Universität Harvard verweigern dem Präsidentschaftskandidaten ihrer Partei die Unterstützung - zum ersten Mal in 128 Jahren.

Donald Trump
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Die Mitglieder des Harvard Republican Club haben genug. Sie wollen von Donald Trump nichts mehr wissen. Mit deutlichen Worten haben sie sich gegen seine Wahl zum neuen US-Präsidenten ausgesprochen. "Seine Äußerungen widersprechen grundsätzlich unseren Werten, nicht nur als Republikaner, sondern als Amerikaner", schreiben die Studenten der Elite-Uni bei Facebook.

Zum ersten Mal seit 1888 lehnen die Mitglieder der ältesten Studentenvereinigung der Republikaner damit nach eigener Aussage den Kandidaten ihrer Partei ab.

Sie beklagen Trumps rassistische und frauenfeindliche Rhetorik und werfen ihm vor, er sei charakterlich nicht geeignet, die politische Führung der USA zu übernehmen. Konkret heißt es weiter: "Donald Trump gefährdet die Zukunft der Vereinigten Staaten."

Laut dem "Harvard Crimson", der Tageszeitung der Universität, sprachen sich in einer Umfrage des Klubs 80 Prozent der Mitglieder gegen den Milliardär aus, nur zehn Prozent unterstützen ihn.

Die Harvard-Studenten sind die Nächsten in einer langen Reihe von Republikanern, die sich von Trump absetzen. Trump ist seit Beginn seiner Kampagne umstritten unter den Konservativen. Doch mit seinen jüngsten Tiraden, etwa gegen die Eltern eines gefallenen muslimischen US-Soldaten, sorgt er zunehmend für Entsetzen in den eigenen Reihen.

Auf dem liberalen Campus von Harvard sind die Republikaner klar in der Minderheit, bei einer Umfrage des "Crimson" im Mai kam Trump nur auf vier Prozent, für die demokratische Kandidatin Hillary Clinton votierten dagegen 87 Prozent. Bei Twitter spottete ein Nutzer: "Oh mein Gott, jetzt hat Trump die Winklevoss-Brüder verloren."

Dennoch ist interessant, wie deutlich die konservativen Elite-Studenten Trump kritisieren: "Er wendet sich nicht gegen politische Korrektheit", schreiben sie bei Facebook, "er wendet sich gegen grundlegende menschliche Anstandsregeln."

Ex-Präsident Ronald Reagan würde sich für Trump schämen, heißt es weiter. "Und wir tun das auch." Die Studenten fordern die Führung der Republikaner und andere Universitätsgruppen der Partei auf, sich ebenfalls von Trump abzuwenden.

Video: Trump selbstsicher trotz Kritik- "Wir sind so erfolgreich!"

cte

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