Personalpolitik des US-Präsidenten Trump hat angeblich 15 Kandidaten für Sicherheitsberaterposten

US-Präsident Trump zufolge will sein Außenminister Mike Pompeo nicht auch noch Nationaler Sicherheitsberater werden. Für den "großartigen Job" gebe es aber zahlreiche Kandidaten.

Donald Trump kehrt am Donnerstagabend ins Weiße Haus zurück, in dem er derzeit ohne nationalen Sicherheitsberater arbeitet
YURI GRIPAS/POOL/EPA-EFE/REX

Donald Trump kehrt am Donnerstagabend ins Weiße Haus zurück, in dem er derzeit ohne nationalen Sicherheitsberater arbeitet


Kommende Woche wird wohl bekannt, wer nach dem Abgang von John Bolton als Nationaler Sicherheitsberater des US-Präsidenten den heiklen Spitzenposten besetzen soll. Donald Trump heizt dazu die Spekulationen an und schloss einen ersten Kandidaten bereits aus.

Mike Pompeo, US-Außenminister, werde den Job nicht zusätzlich übernehmen, sagte Trump am Donnerstagabend in Washington. Er habe das Pompeo zwar angeboten, der ziehe es aber vor, jemand anderen neben sich auf dem Posten zu haben.

"Ich habe tatsächlich mit Mike Pompeo darüber gesprochen", sagte Trump. Er sehe es allerdings selbst auch so wie sein Außenminister. Der US-Präsident sagte, es gebe derzeit 15 mögliche Kandidaten für das Amt des Nationalen Sicherheitsberaters. "Viele Leute wollen diesen Job. Es ist ein großartiger Job."

Am Dienstag hatte Trump völlig überraschend die Entlassung des bisherigen Nationalen Sicherheitsberaters, John Bolton, verkündet. Der Präsident begründete den Rausschmiss mit inhaltlichen Meinungsverschiedenheiten.

Bolton selbst hatte danach via Twitter erklärt, er habe Trump am Vorabend seinen Rücktritt angeboten. Darüber habe Trump mit ihm am Dienstagvormittag sprechen wollen. Stattdessen folgte die Bekanntmachung von Boltons Entlassung durch Trump, ebenfalls über die beim Präsidenten beliebte Kurznachrichtenplattform.

Spekuliert wird über Grenell, McMaster und Hook

Laut US-Medienberichten soll unter anderen der derzeitige US-Botschafter in Deutschland, Richard Grenell, infrage kommen. Andere Quellen nennen unter anderem den Ex-General H.R. McMaster, der bereits einmal als Sicherheitsberater von Trump entlassen wurde. Auch Brian Hook, der Sonderbeauftragte der US-Regierung für Iran, ist demnach im Gespräch.

Die Kombination von Außenminister und Nationalem Sicherheitsberater gab es zuletzt, als Henry Kissinger in den Siebzigerjahren beide Posten zeitweise zugleich besetzte.

Zwischen Pompeo und Bolton hatte es hinter den Kulissen heftige Spannungen gegeben. Mit Boltons Abgang wächst nun Pompeos Einfluss innerhalb der Regierung.

Trump lobte seinen Außenminister am Donnerstag ausdrücklich. "Er ist fantastisch." Pompeo und er verstünden sich sehr gut. "Wir sind bei vielem einer Meinung." In manchen Fragen gingen die Ansichten allerdings auch auseinander, schob er nach.

cht/Reuters/dpa



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